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Leviathan - Die geheime Mission von Scott Westerfeld

Leviathan, Band 1

 

Rezension von Bine Endruteit

 

 

Inhalt:

Prinz Aleksander wird mitten in der Nacht von seinen Lehrern zu einem angeblichen Nachteinsatz abgeholt. Er soll einen Zyklop-Sturmläufer steuern, eine echte Kriegsmaschine und nicht so ein kleines Übungsgerät, wie er es üblicherweise benutzt. Zwar kommt ihm diese Sonderaktion ein wenig seltsam vor, trotzdem begibt sich Aleksander in die riesige, roboterartige Maschine und steuert sie dorthin, wo er soll. Es dauert jedoch nicht lange, da erfährt er den wahren Grund für den überstürzten Aufbruch: Sein Vater, seines Zeichens Erzherzogs Franz Ferdinand, und dessen Frau wurden ermordet. Nun trachtet man auch ihm nach dem Leben und er hat keine andere Wahl, als sich außer Landes zu begeben. Doch die kleine Gruppe wird verfolgt und es ist nicht klar, wie lange der Sturmläufer den Feinden standhalten kann.

 

Zeitgleich versucht Daryn Mitglied des "Service" zu werden. Hier ist auch ihr Bruder beschäftigt und die Arbeit dort würde ihr die Möglichkeit geben, wieder zu fliegen, denn seit ihr Vater tot ist, bietet sich dafür keine Gelegenheit mehr. Der "Service", der für so ziemlich alles verantwortlich ist, was mit dem Fliegen zu tun hat, nimmt allerdings nur Jungen in den Dienst als Kadetten auf, Daryn muss also schummeln... Und es gelingt ihr tatsächich, bei der Aufnahmeprüfung als erste ihren Flugsinn zu beweisen, was aber mit einem kleinen Unglück endet und letztendlich wird sie nach einer mehreren Stunden dauernden Flugreise ins Ungewisse von dem riesigen Luftschiff der Briten "Leviathan" aufgenommen. Auch hier weiß niemand, dass sie eigentlich ein Mädchen ist und sie macht sich als Junge verkleidet schnell einen Namen als fähiger Kadett.

 

Es dauert nicht allzu lange, da treffen diese beiden so verschiedenen Jugendlichen aufeinander. Ihr Schicksal scheint ebenso miteinander verknüpft wie das der im Krieg verbundenen Länder, aus denen sie stammen. Trotzdem entschließen sie sich (nicht ganz freiwillig) dafür zusammenzuarbeiten und so beginnt für beide das größte Abenteuer ihres Lebens.

 

Rezension:

"Leviathan – Die geheime Mission" ist eine ganz klassische Steampunk-Geschichte. Der Autor Scott Westerfeld hat riesige Maschinen und Wesen erdacht, die lebhaft vor dem inneren Auge des Lesers entstehen. Dabei gibt es zwei Arten: Einmal die der Maschinisten, das sind die, die mit reiner Technik und Metall, Motoren und Zahnrädern riesige Kampfmaschinen wie den Sturmläufer erschaffen haben. Auf der anderen Seite gibt es die Darwinisten. Hier hat der Autor Darwin die DNA-Ketten entdecken und ihn zusätzlich verschiedene Mutationen erschaffen lassen. Verschiedene Tierrassen wurden zusammengeführt und es sind Wesen entstanden, die für die Menschen besonders funktionell sind. Eins davon ist der Titelgeber des Buches, das riesige Luftschiff "Leviathan". Es wird als riesiger, fliegender Wal beschrieben, in dem sich aber Menschen aufhalten können und der fliegen kann. Westerfeld denkt in riesigen Dimensionen und schafft es, dass der Leser innerlich den Kopf hebt und sich staunend die überdimensional großen Bilder betrachtet, die im Kopfkino entstehen.

 

Doch nicht nur die Welt, von der der Autor schreibt, weiß zu begeistern, auch die Geschichte ist absolut spannend. Es gibt eine weibliche Protagonistin und einen männlichen Hauptdarsteller, so dass man sehr leicht eine Figur findet, mit der man sich identifizieren kann. Man begleitet diese beiden Charaktere auf ihrem Weg und fiebert mit ihnen. Besonders spannend wird es dadurch, dass man viel mehr Hintergrundwissen besitzt als die Figuren und so immer mit ihnen bangt, ob dies oder jenes nun entdeckt wird oder wie bestimmte Geschehnisse verlaufen. Auch wenn manchmal eher belanglose Dinge passieren, ist der Schreibstil absolut fesselnd. Außerdem faszinierend ist, dass hier von einer alternativen Realität erzählt wird, die aber auf realen Geschehnissen beruht. So gab es den Mord an Erzherzog Franz Ferdinand wirklich und jedem ist klar, dass wir hier mitverfolgen, wie es zum Ersten Weltkrieg kam. Nur sind die Umstände eben ganz andere und natürlich die Mittel, mit denen gekämpft wird.

 

Ein besonderes Extra sind die Illustrationen im Buch. Es gibt einige komplette Seiten mit Bildern und viele kleinere, die sehr genau wiedergeben, wovon man liest. Geschaffen wurden sie von Keith Thompson, der ein feines Gespür dafür an den Tag legt, wie man die Welt von "Leviathan" noch lebendiger erscheinen lassen kann. Gerade wenn manche Dinge doch recht fremd oder abstrakt klingen, bekommt man mit einem Blick auf eins der Bilder eine gute Vorstellung von ihnen. Ein Highlight ist die Karte vorne und hinten im Buch, die zeigt, welche Länder Darwinisten, Mechanisten oder neutral sind. Die Gebiete werden mit Maschinen oder darwinistischen Schöpfungen dargestellt.

(Auf der sehr empfehlenswerten Webseite des Illustrators kann man sich einige seiner Bilder zum Buch ansehen: www.keiththompsonart.com/leviathanbook.html)

 

Fazit:

Nicht nur wer Steampunk mag, wird von diesem Buch begeistert sein, denn ist es einfach eine spannende Geschichte, die hier erzählt wird und die Jugendliche und Erwachsene gleichermaßen in ihren Bann ziehen wird. "Leviathan – Die geheime Mission" ist der erste Band aus einer als Trilogie angelegten Reihe und das Ende macht extrem neugierig darauf, wie es weitergeht.

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MEDIUM:

Leviathan - Die geheime Mission

Original: Leviathan 1

Autor: Scott Westerfeld

Übersetzer: Andreas Helweg

Illustrator: Keith Thompson

Gebundene Ausgabe: 480 Seiten

cbj (18. Oktober 2010)

ISBN-10: 3570139697

ISBN-13: 978-3570139691

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 14.01.2011, zuletzt aktualisiert: 04.10.2018 15:58