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Alles bleibt anders von Siegfried Langer

Rezension von Christel Scheja

 

Siegfried Langer präsentiert mit „Alles bleibt anders“ einen Science Fiction-Roman, der das Genre des Parallelwelt-Romanes mit einer interessanten Variante der Zeitreise-Geschichten verbindet.

 

Alles beginnt damit, dass Frank Miller sein Gedächtnis verloren hat, als er wieder zu sich kommt. Er weiß nur eines, die Welt, durch die er jetzt geht ist eine andere als die, in der er vorher gelebt hat. Er muss feststellen, dass er bereits vor drei Jahren gestorben sein soll, verunglückt durch einen Sturz auf die Gleise. Seine Verlobte Claire, die er damals hatte heiraten wollen, kann sich nicht mehr richtig an ihn erinnern und will nun seinem Rivalen Dieter das Ja-Wort geben. Nur seine Mutter, die inzwischen auch den Verlust des Vaters zu beklagen hatte, ist froh, ihn wieder zu haben...

Frank weiß weder ein noch aus, dennoch versucht er sich mit der Welt zu arrangieren, in der immer noch die preußische Monarchie regiert und das Beamtentum die Zügel von Disziplin und Ordnung fest in den Händen hält.

Dann findet er nach und nach hinaus, dass sein Tod vor drei Jahren kein Unfall sondern Absicht gewesen ist und der Täter genau der Mann ist, der nun mit anderen zusammen die Nationalsozialistische Partei gründen will. Aber auch dieser ist misstrauisch geworden und handelt. Frank rastet aus, mit schrecklichen Folgen. Seine Flucht endet jedoch anders als erwartet. Sie bringt ihn in eine Welt in der das Hitler Regime den Zweiten Weltkrieg gewonnen hat und das Großdeutsche Reich mit der Hauptstadt Germania errichtet worden ist. Nach einigen ernüchternden Jahren im Dienste des Volkes zieht es den jungen Arzt für ein zweites Studium nach Oxford, wo er bei einem ihm seltsam vertrauten Physikprofessor und mit den diesem heimlich verschworenen Kommilitonen schließlich einen Blick auf die Wahrheit hinter allem was er erlebt hat, werfen kann.

Nun weiß er, dass er kämpfen muss, wenn er das Schicksal für sich und die mit ihm verbundenen Menschen zu aller Gunsten ändern will. Aber kann man das Schicksal und die Vergangenheit wirklich so einfach betrügen?

 

Zunächst glaubt man an eine zufällige Verschiebung der Realitäten für den Helden, doch schon in der zweiten und längsten Zeitebene merkt man, dass die Veränderungen willentlich herbei geführt wurden. Sie ist die Grundlage für das Verständnis des Buches, in dem die Helden nur ein Ziel – das für sie unerträgliche Regime zu einem Ende zu bringen.

Dabei versuchen sie immer wieder einen Weg zu finden, in die Zeitabläufe einzugreifen und die Punkte zu entdecken, in der die Geschichte zwei unterschiedliche Wege eingeschlagen hat. Manchmal ist es – wie im Jahr 1398 – gar nicht so einfach, zu entdecken, was die Verschiebung ausgelöst hat, während im Jahr 1944 deutlich wird, das ein Tag für die Geschichte entscheidend ist – die Landung der Allierten in der Normandie.

Alles in allem liest sich der Roman nach einem etwas zähen Anfang sehr flüssig und wird von Seite zu Seite spannender. Es ist interessant zu sehen, wie der Autor die Entwicklungen weiter gesponnen hat und dabei immer wieder zum Nachdenken anregt, auch wenn er nicht all zu sehr ins Detail geht. Aber die Punkte, die er erwähnt sind logisch weitergeführt und ausgearbeitet – man denke nur an die skrupellosen Experimente an Menschen, um Rassentheorien zu fundamentalisieren und vollständig zu beweisen. Das Ende ist allerdings etwas ernüchternd und kommt nicht ganz an die wirklich starken Momente des Bandes im Mittelteil heran

 

Alles in allem bietet „Alles bleibt anders“ eine interessante und ungewöhnliche Science Fiction-Geschichte, die Unterhaltung und Anspruch gelungen miteinander zu verbinden weiß und nach einem zähen Anfang erst richtig aufdreht.

 

 

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Buch:

Alles bleibt anders

Autor: Siegfried Langer

Atlantis Verlag, Dezember 2008

Taschenbuch, 240 Seiten

Titelbild: Timo Kümmel

 

ISBN-10: 3936742952

ISBN-13: 978-3936742954

 

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 13.04.2009, zuletzt aktualisiert: 26.10.2017 09:58