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Donata von Lothar Besescheck

Rezension von Christel Scheja

 

Lothar Besescheck kam erst spät zum Schreiben. Der 1936 in Berlin geborene Autor arbeitete nach Abitur und Studium erst einmal an einem Geld- und Kreditinstitut und später als Ökonom für Preisgestaltung in einem Kombinat. Nachdem er 1996 in Rente ging, begann er Gedichte und Erzählungen zu schreiben, später auch Romane wie „Das Hotel“. Nun ist ein weiteres Buch aus seiner Feder erschienen – „Donata“.

 

Schon als Kind ist Donata bildhübsch und zieht die Blicke der Menschen, besonders der Männer, auf sich. Allerdings ist sie sich dessen nicht bewusst, sondern verbringt lieber ihre Zeit mit dem zwei Jahre älteren Roland, mit dem sie sich ausgezeichnet versteht. Noch als Teenager haben beide das Gefühl, dass sie füreinander bestimmt sind, und immer zusammenbleiben sollten.

Doch die Zeit der Wende und das Ende der DDR bringen tiefgreifende Veränderungen mit sich. Während der hochbegabte Roland die Schule abschließt und sein Musikstudium in Weimar beginnt, bleibt Donata zurück und muss miterleben, wie ihre Familie langsam in den Abgrund steuert und zerbricht. Der Vater verliert seine Arbeit und kann nur schwer Fuß in der neuen Zeit fassen, zudem beginnt er zu trinken. Die Mutter wird seelisch und körperlich immer kränker.

So muss das Mädchen nach dem Abschluss ihre Träume von einem Studium in der Nähe ihres geliebten Roland zu den Akten legen. Ihr bleibt nichts anderes übrig, als eine Ausbildung zu beginnen und Arbeit zu finden. Diese kann ihr der Vater im Büro seines eigenen Arbeitgebers vermitteln. Doch der Herr von Wellerhof lockt Donata schließlich auf einen verhängnisvollen Weg, der sie alles vergessen lässt, was sie mit Roland verbindet.

 

Auch wenn die Geschichte erfunden ist, und das Schicksal überhöht, so ist sie nicht unbedingt aus der Welt gegriffen. Wie viele Menschen folgen lieber dem Verstand als ihren Gefühlen, wenn die Zukunft mit der großen Liebe unsicher ist, dafür aber von anderer Seite her zumindest ein finanzielles Polster winkt, durch das die Familie nicht noch mehr abrutschen könnte.

Einfühlsam und schlicht, dadurch aber um so eindringlicher, schildert Lothar Besescheck das Schicksal der jungen Frau, die sich und ihren Roland verrät und dafür später einen hohen Preis zahlen muss.

Dabei bewahrt der Autor aber eine gewisse Distanz zu den Figuren, so dass man nicht in sie taucht, sondern eher durch eine Kamera aus der Ferne beobachtet. Dennoch entsteht Atmosphäre und Spannung.

Das Buch regt zudem zum Nachdenken an, ohne jedoch mit dem erhobenen Zeigefinger zu winken. Heraus kommt eine ernste und traurige Geschichte, die viel Wahres an sich hat und daran erinnert, dass man manchmal vielleicht ein Risiko wagen sollte, um belohnt zu werden.

 

Alles in allem spricht „Donata“ wohl vor allem die Leser an, die sich gerne durch glaubwürdige Schicksale ganz normaler Menschen berühren lassen wollen. Sie finden eine ernste wie traurige Geschichte vor, die einen nachdenklich zurücklässt.

 

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Buch:

Donata

Autor: Lothar Besescheck

Broschiert, 269 Seiten

Kalidor Verlag, erschienen April 2011

ISBN-10: 3937817123

ISBN-13: 978-3937817125

Erhältlich bei: Amazon

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Erstellt: 10.01.2013, zuletzt aktualisiert: 26.09.2018 21:05