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Alice im Wunderland

Rezension von Christel Scheja

 

“Alice im Wunderland” gehört wohl zu den am meisten verfilmten Kinderbüchern im englischsprachigen Raum. Dabei konzentrieren sich die meisten Regisseure und Drehbuchautoren nicht unbedingt nur auf das eigentliche Buch sondern verwenden auch gerne Elemente aus der Fortsetzung „Alice im Spiegelland“.

Das ist auch bei der amerikanischen Produktion aus dem Jahr 2009 der Fall, die für den Sy-Fy-Channel entstand und daher etwas mehr Wert auf die phantastischen Elemente der Geschichte legt.

 

Alice, eine Judo-Trainerin in den Zwanzigern, kann keinem Mann mehr vertrauen, seit ihr Vater eines Nachts spurlos verschwand, als sie gerade erst zehn Jahre alt war. Deshalb tut sie sich auch mit ihrem neuen Freund Jack schwer, der sie aus ganzem Herzen zu lieben scheint und ihr sogar einen Ring schenken will.

Die junge Frau gerät in Panik und weist ihn zurück. Dennoch kann sie ihn kurze Zeit später nicht seinem Schicksal überlassen, als er von Fremden in schwarzen Anzügen umringt und verschleppt wird. Sie nimmt die Verfolgung auf, stolpert dabei fast über ein weißes Kaninchen und stürzt dabei in ein Loch, dass die durch einen Tunnel aus schillernden Farben in ein fremdes Land bringt.

Dort herrscht die mächtige Herzkönigin. Sie lässt immer wieder Menschen, sogenannte „Austern“ holen, um sich an deren Emotionen zu weiden und ihre Diener ruhig zu stellen. Die Sterblichen verlieren dadurch an Kraft und Erinnerung. Auch Alice gelingt die Flucht, aber sie kann gerade noch entkommen, mit dem Ring von Jack in ihren Händen.

Doch was soll sie nun tun? Ausgerechnet der zwielichtige Mad Hatter wird zu ihrem wichtigsten Verbündeten bei dem Versuch hinter die Geheimnisse des Wunderlandes zu kommen und die Macht der Herzkönigin zu beenden. Und ohne es herauszufordern gewinnt der manchmal etwas ruppige Gauner auch ihr Herz und findet seine Ehre zurück. Zusammen mit dem Weißen Ritter stellen sie sich am Ende der mächtigen Tyrannin, die allerdings noch ein As im Ärmel hat...

 

Man merkt dieser Fassung von „Alice im Wunderland“ schon an, dass sie mit einem geringeren Budget und sparsamen Mitteln gedreht wurde. Denn die Kulissen sind sehr schlicht gehalten und wirken manchmal etwas seltsam, Computertricks werden nur sehr selten eingesetzt und wirken dann auch nich sehr billig.

Die Geschichte hat mit dem Original allerdings nur noch wenig zu tun. Alice ist immerhin kein Mädchen mehr, dass die magische Welt mit den Augen eines unschuldigen Kindes betrachten kann, sondern eine junge Frau, die ein Trauma mit sich herum schleppt und auch oft genug damit zu kämpfen hat.

Die dort agierenden Wesen sind eher dunkle Ausgeburten der Phantasie, weder niedlich noch harmlos oder tollpatschig. Der Märzhase ist zum Beispiel zu einem kaltblütigen Killer mit sadistischen Zügen mutiert, die Soldaten der Herzkönigin handeln effektiv und grausam, die Herrschaft der Tyrannin gleicht eher einem Terrorregime voller Angst und Strenge, das weder Rebellion noch Freigeist erlaubt. Und nicht zuletzt ist auch Jack nicht der Freund, der er vorgab zu sein, sondern hat Alice nur im Dienste der Resistance benutzt. Denn auch er hat ihr nicht verraten, wer er eigentlich ist.

Die Geschichte selbst ist simpel gestrickt. Natürlich versucht die junge Frau das Wunderland zu verlassen und findet auf der langen Reise dahin nicht nur Erlösung von ihrem Trauma, sondern auch die wahre Liebe. Garniert mit ein paar Konflikten und Kämpfen kommt dabei eine Geschichte heraus, die ohne Tiefgang unterhalten will und auf kurzfristige Gefühlswallungen setzt.

Spannung kommt auch nicht all zu oft auf, da man an bestimmten Punkten meistens sofort ahnt, in welche Richtung die Handlung laufen wird und leider auch genau so oft damit Recht behält.

Während Alice und ihr stetiger Begleiter noch recht sympathisch und vor allem menschlich agieren, sind alle restlichen Figuren des Wunderlandes eher überdrehte Karikaturen, vor allem die Herzkönigin sticht durch ihre ständig wechselnden Launen, die denen einer Diva in nichts nachstehen, aus der Masse heraus.

Beide Teile sind auf einer DVD zu finden und entsprechen von Bild und Ton her den meisten Fernsehproduktionen dieser Zeit. Extras gibt es leider keine.

 

 

Fazit:

 

Alles in allem sollte jeder Fan des Originals selbst entscheiden, ob er dieser modernen Interpretation von „Alice im Wunderland“ eine Chance geben soll oder nicht. Die magisch-skurrile Atmosphäre des Buches ist ebenso wenig vorhanden wie dessen verborgene Aussagen.

Der Zweiteiler ist viel einfacher und anspruchsloser gestrickt und erzählt eine mehr oder weniger konventionelle Geschichte um Liebe und Familie, die nur Versatzstücke aus den beiden Alice-Romanen von Lewis Carroll benutzt.

 

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Film:

Alice im Wunderland

Alice, USA, 2009

Regisseur(e): Nick Willing

Komponist: Ben Mink

Format: Dolby, PAL, RC 2

Sprache: Deutsch, Englisch (Dolby Digital 5.1)

Untertitel: Deutsch

Bildseitenformat: 16:9 - 1.77:1

FSK: Freigegeben ab 12 Jahren

Studio: Polyband/WVG

Erscheinungstermin: 31. August 2012

Spieldauer: 170 Minuten

 

ASIN: B0089IQDFQ

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:

  • Darsteller:
  • Caterina Scorsone
  • Kathy Bates
  • Andrew Lee Potts
  • Tim Curry
  • Philip Winchester
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Erstellt: 24.09.2012, zuletzt aktualisiert: 09.08.2017 13:54