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Lobgesang von Ken Scholes

Reihe: Die Legende von Isaak Band 2

 

Rezension von Christel Scheja

 

Mit Sündenfall begann der amerikanische Autor seine auf fünf Bände angelegte Saga um Die Legenden von Isaak. Nun setzt Lobgesang die Geschichte der postapokalyptischen Welt fort, in der die überlebenden Völker in einem komplizierten Bündnissystem zwischen den Spuren der Verheerung zusammenleben.

Jede Gruppe hütet eifersüchtig ihren Bereich und ihre Aufgaben. Vor allem der Orden der Androfranziner wacht in seiner Hauptstadt Windwir scharf über das Wissen der alten Welt, das ihrer Meinung nach erst zu der Apokalypse führte.

 

Doch damit ist es nun vorbei, denn Windwir wird aus heiterem Himmel zerstört. Selbst Rudolfe, der Herr der neun Wälder kommt nicht mehr rechtzeitig genug, um das Schlimmste noch zu verhindern. Seine Männer entdecken nur einen Metallmann, der die Zerstörung überlebt hat und sich Isaak nennt. Ist er wirklich nur einer der Mechoservitoren der Stadt oder aber birgt er ein Geheimnis?

Die Zerstörung bleibt nicht unbemerkt. Auch andere kommen nach Windwir, um nun endlich das Geheimnis der Stadt zu lüften und das alte Wissen an sich zu bringen, wie etwa Sethbert, das Oberhaupt eines Bundes von Stadtstaaten. Und auch Vlad Li-Tam, Oberhaupt der mächtigen Li-Tam-Familie ist bald mit seinen Schiffen zur Stelle.

Rudolfo gehört zu denen, die verstehen, dass das alte Wissen zu gefährlich ist, um in die Hände machtgieriger Menschen zu gelangen. Es gelingt ihm die Gefahr auszuschalten und einen gewissen Status Quo zu schaffen. Zusammen mit den überlebenden Androfranzinern beginnt er sich um den Wiederaufbau der Stadt zu kümmern.

An seiner Seite ist nun Jin Li-Tam, eine der Töchter Vlad Li-Tams, die vorher eine Geliebte Sethberts war. Doch ihre Ergebenheit, die zunächst nur gespielt war, verwandelt sich bald in Liebe. Die junge Frau erkennt, dass gerade Rudolfo in seiner offenen und lebensbejahenden Art das ist, was die Welt – und auch sie jetzt brauchen. Schon bald erwartet sie mit Freuden ein Kind von ihm.

Die Lage beruhigt sich. Der Herr der Neun Wälder hilft beim Wiederaufbau der Bibliothek und gewinnt dadurch Achtung und Verbündete. Andere suchen Frieden und Erleuchtung ... aber eine Frage bleibt – wer hat Windwir zerstört und warum?

Ausgerechnet Vlad Li Tam zieht aus, um die Antwort an fernen Ufern zu finden. Derweil bereitet sich Rudolfo auf die Geburt seines Sohn und Erben vor. Doch ausgerechnet auf der Feier geschieht ein neuer Anschlag, der vielen Menschen das Leben kostet – nur er kommt ohne einen Kratzer davon. Deshalb beginnen die Leute um ihn herum sich Fragen zu stellen und ihm zu misstrauen. Und das ist nur das erste in einer ganzen Kette von Ereignisse, die zeigen, dass der Feind näher ist als sie alle bisher gedacht haben.

 

Wie schon im ersten Band ist die Handlung weit davon entfernt simpel oder geradlinig zu sein. Das merkt man allein schon daran, dass in jedem Kapitel gleich mehrere Ebenen und Schicksale fortgeschrieben werden, die nur auf den ersten Blick nicht zusammenhängen.

Im Verlauf des Buches aber wird deutlich, dass sie viel enger miteinander verkettet sind, als man denkt. Viele Protagonisten erleben ihre eigenen Tragödien. Rudolfo muss sich nicht nur mit dem Misstrauen auseinander setzen, dass man ihm nun entgegenbringt, sondern auch der Tatsache, dass sein neugeborener Sohn dem Tod sehr nahe ist und nur durch altes Wissen und Magie gerettet werden konnte.

Ausgerechnet Jin Li-Tam wird nun zu der starken Frau an seiner Seite, die jetzt für das Leben ihres Kindes einsteht und bereits ist, verbotene, dunkle Wege zu gehen. Auch ihr Vater muss sich Wahrheiten stellen, vor denen er bisher seine Augen verschlossen hat.

Das zeigt, wie komplex der Hintergrund immer noch ist. Wer nun eigentlich hinter den Zerstörungen und angriffen steckt, bleibt allerdings weiterhin verborgen, es gibt nur einige Andeutungen mehr.

Wieder bleibt die Action eher auf einem niedrigen Niveau, Intrigen und Enthüllungen sorgen eher für die Spannung und den bereits vorhandenen Facetten werden neue hinzu gefügt, nur noch nicht genug, um den Leser wirklich zufrieden zu stellen.

Deshalb sollte man in „Lobgesang“ keine seichte und überschaubare Lektüre suchen. Der Autor fordert seine Leser weiterhin auf, mitzudenken und gewisse Hinweise nicht zu vergessen.

 

Aus diesem Grunde ist „Lobgesang“ nicht nur äußerlich ein Schwergewicht, sondern erweist sich auch als anspruchsvolles Fantasy-Werk, dem man eine ganze Menge Aufmerksamkeit schenken muss, um ihn wirklich genießen zu können.

Aber gerade die Leser, die von ihrer Lektüre mehr erwarten als Archetypen und vordergründige Effekte, werden ihren Spaß mit dem Roman und der Reihe haben. Nur ist die Kenntnis des vorhergehenden Bandes unumgänglich.

 

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Buch:

Lobgesang

Reihe: Die Legende von Isaak Band 2

Autor: Ken Scholes

Taschenbuch, 574 Seiten

Blanvalet, März 2011

Überseterin: Simone Heller

Titelbild: Isabelle Hirtz

 

ISBN-10: 3442266734

ISBN-13: 978-3442266739

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.05.2011, zuletzt aktualisiert: 18.01.2018 19:02