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Interview mit Sören Prescher

Redakteur: Torsten Scheib

 

Der Autor Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg.

Er veröffentlichte Kurzgeschichten und Gedichte in zahlreichen Anthologien, unter anderem: Arkham – Ein Reiseführer, Dunwich – Ein Reiseführer, Rose Noire , Advocatus Diaboli und der Edgar-Allan-Poe-Hommage Jenseits des Hauses Usher . Nach Der letzte Sommer und dem Psycho-Drama Superior erschien im September 2010 sein neuer Roman, ein Militärthriller namens Der Fall Nemesis im Voodoo Press Verlag.

 

Unseren Redakteur Torsten Scheib quälten nach der Lektüre einige Fragen:

 

Fragebogen Sören Prescher

 

Fantasyguide: Der Fall Nemesis, dein mittlerweile zweiter Roman ist ein waschechter Militärthriller auf hohem Niveau geworden. Woher kam der Ansporn solch eine Geschichte zu schreiben?

 

Sören Prescher: (Eigentlich ist es meine dritte Romanveröffentlichung, aber das erste Buch ist aus verlagstechnischen Gründen leider nicht mehr erhältlich.)

Woher der Ansporn für „Der Fall Nemesis“ kam, ist eine gute Frage. Es begann mit der Grundidee über eine Verschwörung innerhalb des US-Militärs. Je länger ich darüber nachdachte, desto mehr Details ergaben sich und ich wusste, dass ich diese Geschichte unbedingt schreiben musste.

 

Fantasyguide: Gab es irgendwelche Vorbilder – sowohl literarisch als auch filmisch – die dich beim Verfassen des Romans in irgendeiner Weise beeinflusst haben?

 

Sören Prescher: Oh ja, die gab es. Als erstes muss ich da die Serie Akte X nennen, in der Verschwörungen und Vertuschungen beinahe zum guten Ton gehörten. Das beeindruckte und beeinflusste mich während des Schreibens sehr – und wer das Buch aufmerksam liest, findet darin auch die eine oder andere Anspielung auf die Serie.

Ansonsten haben auch jede Menge Militärgeschichten (zum Beispiel die von Tom Clancy) und Filme (z.B. Eine Frage der Ehre und Wehrlos) ihr Scherflein beigetragen. Vor allem was militärische Gepflogenheiten betraf.

 

Fantasyguide: Nicht wenige Autoren haben sich für Thriller in Roman- und Phantastisches in Kurzgeschichtenform entschieden: Andreas Gruber und Wulf Dorn beispielsweise. Hältst du es genau so? Ist die Kurzgeschichte für dich die bessere „Spielwiese“ für phantastische Literatur?

 

Sören Prescher: Ich würde es nicht als „bessere Spielwiese“ bezeichnen. Manche Geschichten eignen sich gut für einen kleinen Rahmen, andere hingegen ziehen größere Kreise und brauchen mehr Luft zum Atmen. Es kommt immer auf die jeweilige Situation an und was du damit erreichen möchtest. Zum Beispiel ist es äußerst schwierig, ein Gänsehautgefühl für die Dauer eines ganzen Romans aufrecht zu erhalten. Niemand kann sich stunden- oder tagelang gruseln, ohne dass es Abnutzungserscheinungen gibt. Da hast du mit Kurzgeschichten eindeutig die besseren Karten. Die sind in dieser Hinsicht sehr viel intensiver.

 

Fantasyguide: Kehren wir noch mal zum „Fall Nemesis“ zurück. Der Roman spielt in den USA, demzufolge war ein gerüttelt Maß an Recherche sicherlich vonnöten. Falls ja – ist Recherchearbeit etwas, das dir Spaß macht oder eher der Quell lang anhaltender Frustrationen ist?

 

Sören Prescher: Sicher wäre es einfacher gewesen, die Geschichte – so wie meinen Roman Superior – in Deutschland spielen zu lassen. Wirklich glaubhaft wäre eine Verschwörung innerhalb der Bundeswehr jedoch nicht bzw. macht nicht wirklich viel her.

So gesehen blieb mir kaum eine andere Wahl, als „Der Fall Nemesis“ in den USA spielen zu lassen. Die eignet sich ideal für so etwas. Durch Literatur, Filme und einen Besuch in den Staaten bekam ich bereits einen guten Eindruck von Land und Leuten. Der Rest war intensive Recherchearbeit, die teilweise recht aufwendig war und gewiss nicht zu meinem liebsten Zeitvertreib gehört. Aber Nachforschungen sind unerlässlich und zahlen sich immer aus.

 

Fantasyguide: Wie lange hast du gebraucht, bis „Der Fall Nemesis“ vollendet war?

 

Sören Prescher: Der eigentliche Schreibprozess dauerte nur wenige Monate, danach folgten allerdings einige Überarbeitungen, um den Text in die gewünschte Form zu bringen, so dass alles in allem mehrere Jahre ins Land gingen. Manchmal braucht Literatur einfach seine Zeit zum Reifen.

 

Fantasyguide: Dein Vorgängerroman, „Superior“ war einerseits Krimi, andererseits im Musikbusiness angesiedelt. Bist du ein Musikfan? Und falls ja, welche Stilrichtung liegt dir besonders am Herzen?

 

Sören Prescher: Ein Musikfan bin ich definitiv, sogar mehr als das: Nebenbei arbeite ich für das Nürnberger Musik- und Kulturmagazin RCN und kann da meiner Leidenschaft ausgiebig nachgehen.

Eine besondere Begeisterung gehört dem Alternative Rock (z.B. Muse, Placebo, R.E.M., Bush), dennoch bin ich nicht auf dieses Subgenre beschränkt, sondern höre eigentlich (fast) alles, was echt klingt und mit Herzblut kreiert wurde. Mit elektronischer Musik und Castingbands kann ich nicht so viel anfangen und genoss es deshalb, in „Superior“ ein wenig über die funkelnde Pop-Scheinwelt herzuziehen zu können.

 

Fantasyguide: Gibt es irgendwelche Schriftsteller, die dich in besonderem Maße beeinflusst haben – beziehungsweise es noch immer tun?

 

Sören Prescher: Da gibt es jede Menge und die alle aufzuzählen, würde den Rahmen sprengen. Erwähnen möchte ich aber auf jeden Fall die üblichen Verdächtigen: Peter Straub, Stephen King, H.P. Lovecraft, Dean Koontz und Wolfgang Hohlbein. Aber auch die Werke von Franz Kafka, Edgar Allan Poe, Dan Simmons und Andreas Eschbach habe es mir angetan.

 

Fantasyguide: In Kürze wird eine weitere Story von dir, „Die Tätowierung“ in der Anthologie Wicked bei Voodoo-Press erscheinen. Kannst du uns schon näheres verraten?

 

Sören Prescher: Es ist die extreme Geschichte eines jungen Mannes in einer vertrackten Situation. Das passt sehr gut zum bösen Unterton der gesamten Anthologie. Neben meiner Kurzgeschichte gibt es unter anderem Beiträge von dir, Torsten; Tobias Bachmann; Markus K. Korb; Michael Siefener und Christian Endres. Es ist jedes Mal eine Freude, in einem solchen Ensemble veröffentlicht zu werden.

 

Fantasyguide: Gehen wir gleich noch einen Schritt weiter in die Zukunft. Welche Projekte sind für 2011 – und darüber hinaus – geplant?

 

Sören Prescher: Wenn alles glatt läuft, erscheinen dieses Jahr einige Anthologien mit Kurzgeschichten von mir. Unter anderem eine phantastische Sherlock-Holmes-Geschichte und ein Beitrag für ein Buch rund um Edgar Allan Poe.

Zur Zeit überarbeite ich zwei Romane. Ein Thriller mit Mystery-Elementen und eine Horrorgeschichte, die ich zusammen mit Tobias Bachmann geschrieben habe. Ich bin recht zuversichtlich, dass eines oder beide Bücher 2012 erscheinen werden. Vielleicht noch etwas mehr. Man darf also gespannt sein. :-)

 

Fantasyguide: Zum Schluss noch ein paar abschließende Worte?

 

Sören Prescher: Versucht das Leben zu genießen, lest ein paar gute Bücher (vorwiegend von deutschen Autoren) und passt auf, dass euch die Politiker keinen allzu großen Bären aufbinden.

 

Fantasyguide: Herzlichen Dank für das Interview, Sören. Ich wünsche dir weiterhin viel Erfolg und gutes Gelingen!

 

Sören Prescher: Vielen Dank, Torsten. Das wünsche ich dir und den Interviewlesern ebenfalls.

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Sören Prescher

Buch:

Der Fall Nemesis

Autor: Sören Prescher

Broschiert, 230 Seiten

Voodoo Press, September 2010

 

ISBN-10: 3950270159

ISBN-13: 978-3950270150

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 25.01.2011, zuletzt aktualisiert: 08.09.2017 20:41