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Harald Evers und seine Höhlenwelt-Saga

Harald Evers

Redakteur: Christoph Weidler

 

Harald Evers hat mit seiner Höhlenwelt-Saga bewiesen, dass auch aus Deutschland Fantasy der Spitzenklasse geliefert wird. In seiner Saga beschreibt Harald Evers eine Welt voller Magie, welche vom Untergang bedroht ist. Eine Gruppe von unfreiwilligen Helden versucht dieses zu verhindern und nur gemeinsam haben sie die Möglichkeit dem drohenden Untergang zu widerstehen. Der Autor versteht es sehr gut, die kleinen menschlichen Schwächen der Charaktere zu ihren persönlichen Vorteilen zu wandeln und ein Bild der gemeinschaftlichen Stärke darzustellen. Entsprechende Leseproben sind natürlich auf der Homepage des Autoren zu finden.

Die Homepage überzeugt durch die starke persönliche Nähe des Autors die er auf seiner Page zu den Fans der »Höhlenwelt-Saga« hält. Man findet dort neben den Leseproben zu seinen Büchern auch viel Hintergrundwissen zu der Entstehung der Bücher, dem Autoren und diverse Goodies wie z. B. Bilder. Ein spezieller Zugang zu dem Höhlenwelt-Club mit den dortigen weiteren intensiveren Hintergrundinformationen runden diese Page perfekt ab.

 

Hier nun ein paar Antworten von Harald Evers auf unsere Fragen:

 

FantasyGuide: Herr Evers, wie Ihrer Biographie zu entnehmen ist, waren Sie schon als Kind vom Schreiben fasziniert. Was hat Sie dazu bewogen erst den Schritt als Game-Designer (Kathedrale, Stundenglas, Hexuma) zu machen bevor Sie intensiv Bücher geschrieben haben?

 

Harald Evers: Das war keine »Entscheidung«, sondern einfach nur der Weg, der mich letztlich bis zu meinem Wunschziel geführt hat, Schriftsteller zu werden. Zu Beginn der Computerspiele-Ära war es nicht allzu schwierig, sich zum Autor zu machen, natürlich war zuletzt dennoch Erfolg nötig, um sich zu profilieren. Das ist mir gelungen, und so war das Spiele-Schreiben eine Zwischenstation auf dem Weg zum Schriftsteller für mich.

 

FantasyGuide: Wird es irgendwann wieder Textadventure von Ihnen geben?

 

Harald Evers: Glauben Sie mir - das würde ich sehr gerne. Ich habe ja bereits mit einem Höhlenwelt-Textadventure angefangen, das Demo gibts auf meiner Website. Aber es ist sehr zeitaufwendig, und ich müsste damit auch einen gewissen, kommerziellen Erfolg erzielen können, um den Zeiteinsatz zu rechtfertigen. Leider ist das zu ungewiss, und so ist das Spiel nie über den Demo-Status hinaus gekommen.

 

FantasyGuide: Herr Evers, die »Höhlenwelt-Saga« ist ein fantastischer Epos welcher seine Leser in einer Welt nahe unserer gefangenhält. Wie sind Sie auf diese Idee gekommen?

 

Harald Evers: Die Idee geht auf ein Bild des Malers Hans-Werner Sahm zurück, das ich einmal im Lift eines Hotels sah. Ein kleines Passagierflugzeug flog über eine Bergkette hinweg in die Ferne. Darüber hingen schwarze Wolken herab. Erst am dritten Tag sah ich, dass das keine Wolken waren, sondern Felsen – eine gigantische Höhle also. In diesem Moment kam es mir … ich wollte ein Computerspiel in einem solchen Szenario machen. Das entstand dann auch (1994 kam mein ersten Höhlenwelt-Adventure heraus), und dann hatte sich die Idee bei mir festgesetzt. Später lernte ich dann Hans-Werner Sahm und seine Bilder kennen, und heute schmücken Sie die Cover meine Romane, während so manches Bild inspirativ als Schauplatz in meine Romane eingeflossen ist (wie z. B. Bor Akramoria). Jedoch verwahre ich mich dagegen, »geklaut« zu haben. Meiner festen Überzeugung nach besteht der allergrößte Teil der Arbeit eines Schriftstellers darin, Inspirationen zu verarbeiten – aus zahllosen Quellen, einfachen wie auch komplexen. Sahm hat weder die Drachen, noch die Drakken oder eine Leandra »für mich« erfunden. Aber der Schauplatz war eine große Inspiration. Im Übrigen hatte ich meine gesamte Höhlenwelt schon ausentwickelt, bevor ich weitere Bilder von ihm sah.

 

FantasyGuide: Mit den Helden in Ihrer Saga kann man sich als Leser sehr gut identifizieren, sie haben Stärken und Schwächen, zweifeln mitunter an sich, und müssen auch viele Rückschläge hinnehmen. Was hat sie dazu bewogen, eine Heldengruppe zu erschaffen, welche zum einem anscheinend nur in der Gemeinschaft ihr Ziel erlangen kann und zum anderen gelegentlich an ihren eigenen Schwächen scheitert um dann dort Ihre größte Stärke zu finden?

 

Harald Evers: Schön, dass jemand meine Heldengruppe so komplex sieht und beschreibt. :-) Ich will ehrlich sein: Meine Helden sind »entstanden«. Es hat mit Leandra angefangen, dann kam Munuel hinzu, später andere. Ich habe sie nicht so vorausgeplant. Sie sind zusammen gekommen und ich habe sie in meinem Verständnis einer menschlichen Gemeinschaft »erblühen lassen«, wenn man so will. Sofern mich ein Lob trifft, dann nicht für meine Planungsarbeit, sondern dafür, wie meine Vorstellung einer solchen Gemeinschaft ist. (Ist mir auch das liebere Lob). Gelackte, unfehlbare Helden mag ich nicht. Es ist wie bei Frodo: Die Innere Stärke und die Charakterfestigkeit sind es, die Menschen zu Helden macht, nicht das Schwert oder die Magie.

 

FantasyGuide: Womit muss der Leser im vierten Teil der Höhlenwelt-Saga rechnen? Gibt es dort eine Überraschung, welche Sie hier vielleicht schon andeuten möchten?

 

Harald Evers: NEIN! :-) Beim besten Willen – da verrate ich nichts. Die »Höhlenwelt-Saga« ist eine Geschichte, die ein bisschen wie ein Krimi zum Mitraten aufgebaut ist. Das bringe ich nicht übers Herz, da jetzt einen Teil herauszuholen. (Also gut, eine Sache verrate ich: Die »Mädels« (von Guldors Hurenhaus) standen ja schon immer im Mittelpunkt, und werden dort weiterhin sein. Während im ersten Band Leandra im Vordergrund stand, im zweiten mehr Hellami, und im dritten mehr Roya, kommt im vierten Band wieder eine andere zum Zug, nämlich Alina.)

 

FantasyGuide: Werden weitere Teile der Höhlenwelt-Saga folgen, oder endet nach dem vierten Teil die Geschichte und sie widmen sich einem anderen Epos?

 

Harald Evers: Ich habe den Zweiten Zyklus der »Höhlenwelt-Saga« fest auf dem Plan, und vom Heyne-Verlag schon grünes Licht dafür. Mit dem vierten Band endet der Erste Zyklus vollständig; das Abenteuer findet ein klares Ende. Aber die Geschichte der Höhlenwelt geht noch viel weiter. Ich habe seit Langem für alles ein festes Konzept und ich hoffe, dass ich es zuende bringen kann – es läuft auf drei Zyklen und so manchen weiteren Roman hinaus (grob gesagt).

 

FantasyGuide: Herr Evers, haben Sie je mit dem Erfolg der »Höhlenwelt-Saga« gerechnet?

 

Harald Evers: Ehrlich gesagt, ein bisschen schon. Ich war überzeugt, dass meine Saga und auch meine Erzählweise gefallen würden – das hatten mir bereits Freunde bestätigt, die die ersten Manuskriptausdrucke schon vor langer Zeit lasen. Ich glaube, wenn man dieses Gefühl über sein eigenes Werk nicht hat, sollte man vielleicht gar nicht erst versuchen, es zu veröffentlichen.

 

FantasyGuide: Ein Erfolgsautor wie Sie, der begleitend zu seinen Werken eine Homepage betreibt ist sehr selten. Was hat Sie dazu bewogen

 

Harald Evers: Die Homepage war von Anfang an unterstützend gedacht, um Leuten, die von der Saga vielleicht nur gehört hatten, Leseproben und Einblicke gewähren zu können. Ich muss sagen, ich kann jedem Autor nur empfehlen, so etwas zu machen. Es gibt nichts Nützlicheres, als die Meinungen der Leser zu erfahren.

 

FantasyGuide: Herr Evers, man kann auf Ihrer Homepage sehr gut ersehen, dass Ihnen die Nähe zu den Fans Ihrer Bücher sehr wichtig ist. Sie gehen aktiv auf Fragen ein, haben eine helfende Hand und bieten so manche Information, wo sich viele Autoren zurückhalten. Warum ist Ihnen diese Nähe so wichtig?

 

Harald Evers: Es ist eine Philosophie. Sie lautet: Ich schreibe FÜR die Leser, nicht für den Staub in den Regalen, in denen meine Bücher vergessen werden. Es ist kein sozialer Gedanke, sondern schlicht und einfach das, was wohl ein Motiv so ziemlich aller Autoren der ganzen Welt sein dürfte: Etwas zu veröffentlichen, um breite Anerkennung zu finden. Ich möchte, dass das, was ich tue, anderen gefällt. Da ist es nur ein logischer Schritt, (meine Philosophie), auch mit den Lesern Kontakt zu haben.

 

FantasyGuide: Wie muss man sich einen Arbeitstag im Leben eines Harald Evers vorstellen?

 

Harald Evers: Nun – sehr unregelmäßig. Ich schreibe schubweise, immer dann wenn ich wach und ausgeruht und kreativ bin. Meistens ist das nachts, aber auch am Tag (da aber selten mehr als drei Stunden am Stück). Ich liebe meinen Mittagsschlaf (der ist sehr inspirierend) und habe ein schönes Arbeitszimmer in einem Wintergarten.

 

FantasyGuide: Herr Evers, einmal bitte aus Ihrer Sicht. Warum gibt es Ihrer Meinung nach so wenig deutsche Fantasyautoren?

 

Harald Evers: Ich glaube, das liegt daran, dass die Verlage (und im Besonderen auch die Buchhändler) nicht an die Fanatsy glauben. In meiner Heimatstadt sind bei den ortsansässigen Buchhändlern höchstens 1% des Platzes mit SF/Fantasy belegt - immerhin mit leicht steigender Tendenz (seit Harry Potter und HdR). In USA sind das im Durchschnitt gute 15%. Und da es zusätzlich so viele gute amerikanische Autoren dieser Genres gibt, sind die wenigen Prozent in unseren Läden mit deren Romanen belegt. Und dann wäre da noch die Presse. Für die New York Times ist es überhaupt kein Problem, einen Fantasyroman zu besprechen. In der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aber? Oder in der Süddeutschen? Da müssen wir wohl noch 200 Jahre warten.

 

FantasyGuide: Was fasziniert Sie selber an Fantasy, bzw. wie sind Sie zu Fantasy gekommen?

 

Harald Evers: Reine Romatik. Ich bin ein Träumer (schon immer gewesen). Ich liebe das Ungewöhnliche, das Spektakuläre, das Romantische, das Schöne. Am besten treffen all diese Dinge in der Fantasy zusammen.

 

FantasyGuide: Gibt es einen »Geheimtipp«, Rat, Tipp den Sie Nachwuchsautoren, die sich mit dem Gedanken tragen, Fantasystorys zu schreiben, geben können?

 

Harald Evers: Niemals eine Geschichte, einen Roman oder eine Erzählung beginnen, ohne zu wissen, wie das Ganze enden soll. Das ist mir selbst jahrelang passiert, und ich habe Aberdutzende von unvollendeten Fragmenten. Man muss nicht unbedingt eine »epochale« Aussage (ein Ende) haben, etwas ganz Gewöhnliches genügt. Eine Aussage über Freundschaft, Krieg, Frieden, Liebe oder … Erdbeerjoghurt. Aber da MUSS etwas sein, worauf man zusteuern kann. Sonst findet es kein Ende.

 

FantasyGuide: Herr Evers, ich danke Ihnen für die Zeit, die Sie sich genommen haben, um unsere Fragen zu beantworten. Weiterhin viel Erfolg mit Ihren Büchern und Ihrer Page.

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Ronnie
Mittwoch, 21. Februar 2007 11:41 Uhr
leider sind es immer die besten, die viel zu früh "gehen" müssen.. so auch harald evers, der im alter von gerade einmal 50 jahren gestorben ist. aber in seinen werken wird er weiterleben und immer einen platz im herzen seiner fans haben.

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Leseprobe:

Das magische Siegel

Kurzgeschichten:

Der Weisheit letzter Schuss

Traumfrau

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Biographie, Bibliographie, Rezensionen und mehr zu Harald Evers


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Erstellt: 19.05.2005, zuletzt aktualisiert: 17.11.2018 10:28