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Für eine Handvoll Daten von Stephen Dedman

Reihe: Shadowrun 80

Rezension von Thomas Götz

 

Inhalt

In der Krypta hat sich allerhand Strandgut der Gesellschaft angesiedelt. Dort, unter der alten, verlassenen Fabrik, entstand im Laufe der Zeit eine kleine Stadt aus überflüssigen Baumaterialien – ein Hort der Zuflucht für die Outcasts der Oberwelt. Unter ihnen befinden sich auch ein paar der erfolgreichsten Runner der Gegend, etwa der Decker Ratatosk, die undurchsichtige Yoko oder der Schlangenschamane Boanerges, dessen Ziel es ist, hier unten eine Magieschule aufzubauen. Aus diesem Grund versammelt er begabte Jugendliche um sich, die in der Krypta ausgebildet warden sollen. Was unser illustrer Haufen Freaks allerdings nicht weiß – er sitzt auf einem sehr alten Geheimnis aus den Zeiten vor dem Crash. Von diesem haben zwei Aztec-Konzernleute Wind bekommen, der Hutmacher und der Märzhase. Die sind weit weniger liebenswert als ihre literarischen Vorbilder aus Alice im Wunderland, und wenn ihnen das Geheimnis in die Hände fällt, könnte das die erwachte Welt in ihren Grundfesten erschüttern…

 

Kritik

Der mittlerweile 80.Shadowrun-Roman wartet wieder mit einer grundsoliden Charakterstory auf, die allerdings, leider, teilweise etwas unübersichtlich und planlos wirkt.

Die Storyprämisse ist dabei an sich nicht schlecht - unter einer Zuflucht für Runner wollen Konzernleute was wichtiges ausgraben und hetzen Söldner auf eben jene Zuflucht. Auch die Szenen selbst sind eigentlich nicht schlecht geschrieben, wenig Action gepaart mit schönen Charakterszenen ohne allzu gängige Klischees zu bedienen.

Sicher, das Ende, in dem man den bösen Buben einiges heimzahlt, ist vorhersehbar, aber nichtsdestotrotz zeigt vor allem dieses Ende schön, was man noch alles aus dem Roman hätte machen können, wenn man sich auf solche Szenen konzentriert hätte.

 

Es fängt nämlich leider damit an, das es einfach zuviele verschiedene Szenen und Szenenwechsel gibt. Nicht nur das es Szenen mit zig Dutzend Leuten aus der Krypta oder der Söldner gibt, die plötzlich eingeführt werden, nur um im weiteren Verlauf des Buches keine große Rolle mehr zu spielen, nein, diese Szenen wechseln sich auch teilweise mittendrin ab und Ereignisse aus der "abgebrochenen" Szenen findet man teils in Nebensätzen aufgelöst in einer neuen Szene wieder. Dadurch verliert man teilweise doch die Übersicht und bleibt nur verwirrt zurück (Ein nettes Beispiel ist hier der Verräter in der Krypta, der sich aufgrund der Tatsache, das er Kollegen bestahl, versteckt. Von besagten Kollegen und dieser Vorgeschichte hört man jedoch nichts und kaum ist der Verräter lebend aus der Krypta entkommen, tauchen just diese Kollegen auf und töten ihn....).

Hier hätten etwas mehr Planung und Struktur gut getan, denn auch die letzte Szene des Buches spielt vom Abschlussgespräch zweier Leute, die man am Anfang des Bandes nur kurz kennengelernt hat und die man bis dato schon wieder vergessen hatte.

Nicht zuletzt durch diese vielen Szenen mit vielen unterschiedlichen und unbedeutenden Charakteren vermag der Leser keine rechte Emotion zu den Hauptcharakteren aufzubauen. Dadurch geht auch ein Großteil der Handlung verloren.

Was hingegen gut funktioniert sind die Szenen mit "den Bösen", denen zu folgen bietet immerhin noch etwas Spannung.

 

Auch die Sache mit den Söldnern, die sich dann den Leuten in der Zuflucht anschließen (was jedem nach ein paar Seiten klar sein dürfte) vermag nicht so recht zu überzeugen. Neben den vielen Namen bzw. Charakteren, die nur kurz auftauchen und dann wieder in der Versenkung verschwinden, endet der Handlungsstrang mit den Söldnern just da, als sie sich den Leuten in der Krypta anschließen.

Keine weitere Erwähnung der Leute mehr oder wie es mit ihnen weitergeht.

Doch nicht nur bei den Söldnern, auch so scheinen einige wichtige Handlungselemente am Ende just vergessen worden zu sein (dies verstärkt den erwähnten leicht planlosen Eindruck). So bleibt das Schicksal des am Ende gefangenen 'Hasen' etwa völlig aussen vor und vor allem der Haupthandlungsstrang, der Aufhänger des ganzen Buches, fällt am Ende einfach unter den Tisch. Sicher, man hat die Phiolen mit dem Virus zerstört, aber die gestohlenen Daten und was man damit macht... nun, wird am Ende einfach nirgendwo mehr erwähnt. Dadurch bleibt der Leser mit einem Gefühl eines eher unfertigen Buches zurück.

 

Schade, denn was bleibt ist einfach nur Mittelmaß.

 

Fazit:

Mittelmäßiger Roman, der teils etwas planlos daherkommt.

 

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Für eine Handvoll Daten

Reihe: Shadowrun 80

Autor: Stephen Dedman

FanPro, 2007

Broschiert, 375 Seiten

ISBN-10: 3890645712

ISBN-13: 978-3890645711

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 12.11.2007, zuletzt aktualisiert: 13.01.2019 21:11