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Fledermausland von Oliver Dierssen

Rezension von Carina Schöning

 

„Fledermausland“ ist der Debütroman des deutschen Autors Oliver Dierssen. Als der Heyne Verlag 2008 zu seiner Aktion „Schreiben Sie einen magischen Bestseller“ aufrief, hat der überzeugte Hannoveraner sein Manuskript eingereicht und ist prompt unter den ersten fünf Finalisten gekommen.

 

Der 21-jährige Sebastian Schütz ist nach seinem Abitur und Zivildienst eigentlich nach Hannover gezogen, um dort studieren zu können. Doch die Unterlagen für die Anmeldung an der Universität liegen immer noch brav in seiner Schreibtischschublade und der chaotische fast-Student genießt lieber mehr oder weniger sein leichtes Leben. Die Miete für die kleine Zwei-Zimmer-Wohnung zahlen seine leichtgläubigen Eltern, die fest überzeugt sind, dass ihr Junge Medizin studiert. Nebenbei verdient sich Sebastian etwas bei seinem Aushilfsjob in Mister Xus Asia-Laden dazu und das Leben könnte so schön sein, wenn seine neue Freundin Kim Tröger nicht plötzlich auf Abstand gehen würde. Die hübsche und sportliche Schwimmerin hängt immer noch ihrem Ex-Freund Andi hinterher und auch im Bett ist trotz Sebastians Bemühungen bisher noch nichts gelaufen. Trotzdem ist er optimistisch und glaubt an die große Liebe. Bis er plötzlich nachts in seinem Schlafzimmer von einer durchgedrehten Fledermaus belästigt wird und alle möglichen Notrufnummern ausprobiert. Plötzlich gelangt er an den medizinischen Außendienst, kurz MAD genannt und wird von den Mitarbeitern vor dem Flatterbiest gerettet. Damit fangen aber seine Probleme erst richtig an, denn in den nächsten Tagen wird er nicht nur im Kino von dem depressiven Vampir Teddy angefallen, sondern erhält auch Besuch von Ogern, Zwergen und einem Domowoj osteuropäischen Herkunft mit Sauberkeitsfimmel. Sebastians Leben ist plötzlich wesentlich chaotischer und zu guter Letzt wird auch noch Kim von der GEZ verklagt und verschleppt.

 

Olivier Dierssens Debüt „Fledermausland“ ist eine witzige Mischung zwischen Funny und Urban Fantasy mit allerlei skurrilen Figuren und Wesen aus dem paranormalen Sektor. Die Geschichte wird dabei aus der Sicht von Sebastian erzählt und dieser berichtet in einem modernen, locker-flockigen, manchmal auch schnodderigen Ton von seinem seltsamen Erlebnissen und seinen stetigen Bemühungen um seine geliebte Kim. Die Handlung ist gespickt mit abgedrehten Kommentaren und wahnwitziger Situationskomik, speziell gegen die etwas unorganisierten und chaotischen Studenten. Natürlich zündet dabei nicht jeder Gag und manche Szenen sind gelinde gesagt einfach nur eklig und daneben, Stichwort Köperhygiene und Ohrenreinigung. Das möchte man als Leser gar nicht genauer wissen. Insgesamt ist die Mischung aber gut gelungen und auch der Erzählstil überzeugt für ein Debüt. Auffällig sind bei der Handlung aber die deutlichen Bezüge zu dem vierteiligen „Wächter“ –Zyklus des russischen Autors Sergej Lukianenko. Auch hier gibt es die lichte und die dunkle Seite, die sich gegenseitig kontrollieren und überwachen. Bei Dierssen sind es jedoch MAD und GEZ, deren Gold- und Geldgierige Zwerge nicht nur die Fernsehgebühren überwachen, sondern auch die Trennung zwischen den paranormalen Rassen. Auch der Schluss ist witzig gelungen und obwohl der Roman in sich abgeschlossen ist, wäre auch eine Fortsetzung möglich. Vielleicht gibt es ja bald ein Wiedersehen mit Sebastian und seiner hübschen Auserwählten.

 

Insgesamt ist „Fledermausland“ eine humorvolle Mischung aus Funny und Urban Fantasy mit aberwitzigen Situationen und einem sympathisch-chaotischen Helden.

 

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MEDIUM:

Fledermausland

Autor Oliver Dierssen

Deutsche Originalausgabe 2009

Umschlaggestaltung Nele Schütz Design, München

Heyne Verlag

Klappenbroschur, 448 Seiten

ISBN 978-3-453-26663-6

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 09.02.2010, zuletzt aktualisiert: 23.09.2017 11:54