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Feuersänger von Tina Alba

Rezension von Christel Scheja

 

Die 1971 geborene und heute mit ihrem Mann, zwei Katzen und einem Aquarium voller Buntbarsche in Emden lebende Tina Alba ist eigentlich Biologin. Als Ausgleich zu ihrer wissenschaftlichen Arbeit schreibt sie schon lange Geschichten, Gedichte und Lieder mit mystischem, magischen aber auch romantischen Inhalt, die überwiegend im Bereich der Fantasy angesiedelt sind. So wie auch ihr erster Roman „Feuersänger“.

 

Die Nithyara sind die Nachkommen der Nachtelfen, die sich vor langer Zeit und während eines Krieges von der Dunkelheit ab- und dem Licht der Sterne zugewandt haben. Zwei Götter lohnten es ihnen mit ihrem Schutz. Seit Generationen leben die Nithyara daher im Einklang mit der Natur und den Regeln, denen sie sich damals unterworfen haben. Schon lange genießen sie Frieden und Glück.

So wächst auch der junge Feuersänger glücklich an der Seite seines Freund und Lehrers Nachtläufer heran und glaubt daran, dass das Böse aus dem Mythen und Legenden schon längst vergangen ist – doch dann belehrt ihn eine Nacht eines besseren.

Als er mit seinem Lehrer von der ersten erfolgreichen großen Jagd zurückkehrt sind seine Familie, sein Stamm tot. Auch Nachtläufer stirbt im Kampf gegen die Nachtelfen und ihre Verbündeten, die ihnen wie Dämonen aus Schatten und Furcht auf sie gelauert haben. Allein Feuersänger entkommt so dem Massaker und irrt nun schwer verwundet an Körper und Seele verzweifelt und gebrochen durch den Wald.

Sternenglanz, Jäger aus dem Stamm der Königin Mitternacht findet den jungen Nithyara und nimmt ihn mit sich. Er pflegt Feuersänger und stellt den noch nicht volljährigen Jungen schon bald seinem Volk vor.

Die Königin hört den jungen Nityara erst einmal an und erlaubt ihm beim Stamm zu bleiben, auch wenn sie nichts unternimmt, als sie seine Geschichte hört. So hat Feuersänger Zeit innerlich und äußerlich gesund zu werden.

Allerdings geschieht dies nicht allein durch Sternenglanz, sondern viel mehr noch durch den sanften Gelehrten Silbersang, mit dem ihm bald wesentlich mehr verbindet als nur Freundschaft. Einige Zeit später entdecken die beiden in alten Aufzeichnungen, dass die Nachtelfen und die Dämonen nicht unbedingt mit Gewalt über ein Volk herfallen müssen, sondern auch sehr viel subtiler vorgehen wollen.

So deuten sie die Zeichen richtig, als Stammesmitglieder verändert zurückkehren. Das ist nur der Auftakt zu viel dramatischeren Ereignissen, in denen sie nicht nur um ihr Leben und das der anderen kämpfen müssen, sondern Feuersänger auch mehr über sich selbst und die in ihm schlummernde Macht entdecken muss, um all das, was er neu zu lieben gelernt hat zu retten ...

 

Hinter „Feuersänger“ steckt eigentlich eine ganz einfache Geschichte – der junge Held verliert alles und widmet den Rest seines Lebens dem Kampf gegen das Böse. Dabei hat er einen steinigen Weg vor sich, der nicht nur von äußeren Gefahren, sondern auch inneren Konfrontationen gezeichnet ist. Zur Seite stehen ihm treue Freunde und Geliebte, starke Gefährten, das Wissen alter Zeit und geheimnisvolle Gaben, die er nach und nach in sich entdecken und beherrschen lernen muss.

Was den Roman aber auszeichnet ist, sind die liebevollen Details, die schnell dabei helfen, das Volk der Nithyara besser kennen zu lernen. Auch das Alltagsleben der Stämme, ihre Mythen und Pholosophien erhalten genug Raum um so eine dichte und lebendige Atmosphäre zu schaffen.

Da sich Tina Alba dabei mehr oder weniger nur auf ihr Volk konzentriert, bleibt alles andere sehr schwammig. Man erfährt so gut wie gar nichts über die Welt, die Landschaft um sie herum oder gar andere Völker. Auch die Gegenspieler bleiben eher schemenhaft und man kann ihre Motive nur erahnen.

Unter den vielen Beschreibungen leidet zudem ein wenig die Spannung, da die Geschichte anfangs nicht wirklich in die Gänge kommt und die wenigen dramatischen Szenen durch die vielen Details eher untergehen.

Erst zum Ende hin zieht die Spannung deutlich an, nur um sich dann regelrecht zu überstürzen. Man bedauert fast, dass gerade das letzte Buch nur noch einige Schlaglichter setzt, anstatt richtig ausgearbeitet zu sein.

Alles in allem sind diese Schwachpunkte aber zu verschmerzen, denn die Figuren sind liebevoll und durch ihre Naivität sehr sympathisch gezeichnet, die Atmosphäre bleibt durchgängig erhalten und lässt Bilder vor dem geistigen Augen entstehen.

Wer zudem die Comicserie „Elfquest“ kennt, wird viele Referenzen und Hommagen an das Werk der Pinis wiedererkennen und bei den Nityara Völker naturverbundene Völker wie die „Wolfsreiter“ vor Augen haben.

Anders als zu erwarten ist, verliebt sich der Held auch in einen Mann, aber die homoerotischen Elemente der Geschichte sind sehr geschmackvoll und dezent in die Geschichte eingebaut, so dass sie kaum stören dürften.

 

„Feuersänger“ ist ein solides Debüt, mit ein paar kleineren Schwächen im Spannungsaufbau, das aber auf der anderen Seite durch die Lebendigkeit der Figuren überzeugen kann. Vor allem die Fans farbenprächtiger Fantasy mit einem Auge für stimmungsvolle Details werden ihre Freude an der dramatischen und leidenschaftlich erzählten „High Fantasy“-Geschichte haben.

 

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Feuersänger

Autorin: Tina Alba

gebunden, 532 Seiten

Blitz, erschienen März 2011

Titelbild von Ralf G. Kretschmann

ISBN-10: 3898402940

ISBN-13: 978-3898402941

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.05.2011, zuletzt aktualisiert: 11.09.2019 19:57