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DPP Special 2009

Wir präsentieren die Gewinner des DPP 2009

 

Holger M. Pohl

 

Alle Jahre wieder wird auf dem BuCon in Dreieich der Deutsche Phantastikpreis (DPP) verliehen. Und das schon seit einigen Jahren. Das Archiv reicht zurück bis ins Jahr 1999.

Anfangs gab es wesentlich mehr Kategorien als heute, doch die Organisatoren besannen sich darauf, dass es Deutscher Phantastikpreis heißt und so finden sich nun fast ausschließlich deutschsprachige Werke und Phantastikschaffende dort wieder. Was Sinn macht. Einzige, echte internationale Ausnahme ist die Kategorie „Bester internationaler Roman“. Weggefallen sind Medienkategorien wie Film, DVD usw. Was ebenfalls Sinn machte in den Augen der Organisatoren: in Deutschland wird davon wenig bis nichts Originäres produziert.

 

Fantasyguide hatte in diesem Jahr die Freude und Ehre als „Beste Internet-Seite“ ausgezeichnet zu werden. Wofür wir uns bei allen Lesern und Wählern herzlich bedanken möchten! Denn außer aus Spaß an der Freud machen wir das natürlich in erster Linie für Euch!

Recht spontan haben wir uns daher entschlossen, ein DPP Special zu starten und Euch in den nächsten Monaten alle Gewinner des DPP 2009 vorzustellen und zu Wort kommen zu lassen.

 

Doch beginnen wollen wir nicht mit einem Gewinner, sondern mit den Organisatoren, den Menschen im Hintergrund. Bescheiden wie sie sind, möchten sie keine Bilder von sich an dieser Stelle sehen, getreu dem Motto: Der Preis ist der Star!

 

Wir von Fantasyguide wollen es aber keinesfalls versäumen, den Organisatoren für die jährliche Arbeit und Mühe zu danken, die sie sich mit dem DPP machen. Und wir wollen sie damit ehren, dass wir unser Special mit ihnen eröffnen. Rücken wir einmal sie in den Vordergrund, auch wenn sie sich gerne im Hintergrund halten.

 

Oliver Naujoks stand uns stellvertretend für seine Kollegen zur Verfügung und gab uns Antworten auf unsere Fragen.

 

Das Team von Fantasyguide wünscht viel Lesevergnügen mit unserem

 

DPP Special 2009

 

 

Fantasyguide: Hallo Oliver, zunächst einmal Danke, dass Du uns bereitwillig Rede und Antwort stehst. Es heißt immer so schön, nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Im Falle des DPP also: nach dem Preis ist vor dem Preis. Steckt Ihr schon in den Vorbereitungen für das nächste Jahr?

 

Oliver Naujoks:: Ja am Anfang. Begonnen haben wir schon mit der Diskussion, was dieses Jahr gut gelaufen ist und was nicht. Wir werden jetzt bald Änderungen im nächsten Jahr diskutieren. Das muss man sich aber nicht so formal vorstellen, in der Regel läuft dieses über einen lockeren Mail-Verteiler. Also: Keine Sitzungstermine mit Einladungsfristen.

 

Fantasyguide: Insider mögen es ja wissen, aber nicht alle sind Insider. Könntest Du uns sagen, wer zu den Organisatoren des DPP gehört und ein paar Worte über sie verlieren?

 

Oliver Naujoks: Klar. Wir halten es so, dass wir die Teammitglieder nicht geheim halten, aber auch nicht groß nach vorne stellen, da wir nur organisieren und die Abstimmenden entscheiden und somit wichtiger sind. Das Organisationsteam besteht im Wesentlichen aus vier Redakteuren von Phantastik-News.de, nämlich Carsten Kuhr, Dirk van den Boom, ich selbst und Guido Latz, alles ehemalige Mitstreiter von Olaf Menke, der den Preis aus der Taufe gehoben hat, den wir nun nach seinem Rückzug vor einigen Jahren fortführen. Ferner haben wir für die technische Seite noch André Piotrowski, der allerdings inzwischen auch bei der Organisation und der Abstimmungs-Überwachung voll mit dabei ist, sowie als Präsentatoren und Unterstützer inzwischen mehr oder weniger regelmäßig Mike Hillenbrand, den man vom Corona-Magazin und seinen Star Trek-Aktivitäten kennt, und Hermann Ritter, seines Zeichens Magira-Jahrbuch-Herausgeber und vor allem behördlich ziemlich bekannt durch diverse Perry Rhodan-Aktivitäten. Das Team, das jetzt jedes Jahr die Vorschlagslisten erstellt, ist größer und mit den oben genannten Personen so gut wie nicht deckungsgleich. Hier bitte ich um Verständnis, dass wir keine Namen nennen. Auch dies ist keinesfalls ein Geheimzirkel, wir wollen nur Einflussnahmen oder das ,Zumüllen' mit Büchern dieses Teams verhindern, damit diese Menschen, denen wir ja dankbar sind für die Arbeit, uns nicht entnervt von der Fahne gehen. Diese Befürchtungen haben wir uns nicht ausgedacht, da gab es dieses Jahr bereits Anfangstendenzen, die wir tunlichst klein halten wollen.

 

Fantasyguide: Die Öffentlichkeit sieht in aller Regel nur die Abstimmung und die Präsentation der Gewinner auf dem BuCon in Dreieich. Doch das ist sicher nur die Spitze des Eisbergs. Wie viel Arbeit steckt unter dieser Spitze? Wie teilt Ihr sie unter Euch auf?

 

Oliver Naujoks: Bevor wir mit André ein technisch versiertes Team-Mitglied hatten, haben wir tatsächlich noch steinzeitlich die Stimmen von Hand ausgezählt. Da ich im Bezug auf moderne Technik das konservativste Element in unserem Team bin, oblag diese Aufgabe mir, wobei die Team-Kollegen mir regelmäßig auf die Finger sahen, da Verzählen immer möglich ist und man gar nicht erst in die Versuchung kommen soll, manipulieren zu wollen.

Manipulieren ist übrigens ein gutes Stichwort, denn der Vorwurf kommt auch häufiger, weswegen ich damit gerne einmal aufräume: Würden wir an dem Preis herummanipulieren und uns genehme Sieger küren, würden wir nicht nur dem DPP, sondern auch und vor allem uns nur selbst schaden und könnten auch nicht diese Arbeit und Mühe in einen Preis investieren.

Forderungen nach vollständiger Transparenz weisen wir ebenfalls aus guten Gründen zurück, da so etwas erfahrungsgemäß den Zauber eines Preises nimmt. Was die Preisträger-Recherche angeht, übernehme ich hier in der Regel die Vorarbeit und Guido, Carsten, Dirk und André sehen dann da drüber, korrigieren und ergänzen. Wir haben nur bei wenigen Punkten Einzelzuständigkeiten, ansonsten erledigen wir wirklich alles zusammen. Ausnahmen sind die Technik, die im Wesentlichen André obliegt, und die Koordination, die Guido im Wesentlichen erledigt. Ach ja, und bezahlt werden muss das auch noch alles, das teilen sich Guido, Dirk, Carsten und ich. Vor allem wegen dieses Punktes wäre uns eine Verstärkung des Teams sehr angenehm, zumal wir das Problem haben, auf Sponsoren in der Szene schlecht zugehen zu können: Denn wenn ein Buch eines Verlages dann mal gewinnt, dessen Sponsor-Banner auf der DPP-Seite blinkt – das würde wahrlich nicht gut aussehen, selbst wenn hinter den Kulissen alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

 

Fantasyguide: Der DPP ist ein Publikumspreis. Es werden immer wieder einmal stimmen laut, die bemängeln, dass dadurch dem Campaigning Tür und Tor geöffnet werden. Wie ist Eure Meinung dazu?

 

Oliver Naujoks: Wir betrachten Campaigning als notwendiges Übel, das wir nicht ganz verhindern können, aber auch nicht begrüßen. Wenn ein Autor oder ein Werk viele Fans hat – bitte, dann soll es bei einem Publikumspreis auch entsprechend berücksichtigt werden. Wenn jemand seine Fans entsprechend durch Aufrufe mobilisiert, können wir das nicht verbieten und so lange da keine Manipulationen geschehen, ist das regelkonform, selbst wenn es uns nur bedingt passt.

 

Fantasyguide: Liegt es vielleicht auch am Campaigning, dass die Fantasy gerade in den letzten Jahren den DPP zu dominieren scheint? Andere Genres der Phantastik können höchstens bei der Serie oder den Sekundärwerken punkten. Insbesondere aus den Kreisen der SF-Fans wird das immer wieder einmal beklagt. Natürlich ist Fantasy ein Publikumsmagnet, Fantasy boomt. Aber liegt es nur an diesem Boom, dass andere Genres, insbesondere zum Beispiel die SF, so leer ausgehen oder gibt es Eurer Ansicht nach noch andere Gründe?

 

Oliver Naujoks: Wir kennen natürlich die Zusammensetzung unserer Abstimmenden im Vergleich zum allgemeinen Buchmarkt auch nicht genau, wir sind aber intern fest davon überzeugt, dass die enorme Dominanz der Fantasy im Moment in den Buchhandlungen sich zwangsläufig auch auf den DPP auswirken muss, der aktuelle Trends ja spiegeln soll; das ist gewollt. Einmal davon abgesehen, dass den DPP wohl schon immer viele Fantasy-Fans begleitet haben, hatte doch u. a. vor Markus Heitz auch Monika Felten mehrfach gewonnen. Die Klagen einiger SF-Fans kennen wir auch und mal abgesehen davon, ob so ein ,Lagerdenken' sinnvoll ist, können wir diesen nur zurufen: Es liegt auch an Euch, wer gewinnt!

 

Fantasyguide: Im letzten Jahr gab es Vorschlagslisten, aus denen dann in einer Vorrunde die Nominierungen der Endrunde gewählt werden konnten. Manche hielten diese Listen für zu lang, andere hielten sie für überflüssig. Natürlich ist – wie ein Sinnspruch sagt – jedem Menschen Recht getan, eine Kunst die niemand kann. Sind für das nächste Jahr schon Änderungen im Gespräch und wenn ja – so Du nicht zuviel verrätst – welche?

 

Oliver Naujoks: Insgesamt sind wir mit der Vorschlagsliste sehr zufrieden, weil sie zu einem deutlichen Anstieg der Abstimmenden geführt hat. Sicherlich aus dem Grund, weil man sich jetzt bei den Nominierungsvorschlägen nicht mehr die Mühe machen muss, über das ganze letzte Jahr nachzudenken und Recherchen anzustellen. Solche Listen sind auch bei US-Preisen üblich. Es kam vereinzelt Kritik, dass die Listen sich auch insofern auf das Ergebnis auswirken, als dass die Leute aus Bequemlichkeit sich gar keine Gedanken mehr über andere potentielle Preisträger machen und dass dieses das Ergebnis verzerre. Hier wollen wir, wenn möglich, noch etwas austarieren.

Ich muss aber auch dazu sagen, dass wir uns im Team einig sind, Forderungen nach drastischer Verkürzung oder Ausweitung der Liste nicht nachzugeben. Verkürzen wir die Listen drastisch, können wir uns eine offene Vorrunde sparen, und in die andere Richtung: Manchmal wurde sogar „Vollständigkeit" gefordert, ein einfach unrealistischer Vorschlag. Nicht nur, dass unser Team diese schlicht nicht leisten oder versprechen kann, man darf auch nicht aus den Augen verlieren, dass man die Abstimmenden mit allzu langen Listen erschlägt und ggf. dadurch an der Abstimmung hindert – diesen Effekt wollen wir gerade nicht. Wir haben namhafte Kritiker ganz bewusst gebeten, uns eine fachkundige Vorauswahl an die Hand zu geben und im Ausgleich dazu weiter den Abstimmenden die Möglichkeit gegeben, selbst zu nominieren – damit die Vorschläge auch wirklich nur Vorschläge bleiben und nicht Vorgaben sind.

 

Fantasyguide: Wo seht Ihr, die Organisatoren, die Vorteile und die Nachteile eines Publikumspreises gegenüber einem Jury-Preis?

 

Oliver Naujoks: Der Nachteil liegt auf der Hand und wird auch jedes Jahr lautstark uns zur Kenntnis gebracht: Bei einem Publikumspreis gehe angeblich Popularität (und Zufall) vor „Qualität" und Fachkenntnis, wer auch immer das definieren möchte. Der klare Vorteil eines Publikumpreises gegenüber einem Jury-Preis liegt darin, dass eben gerade nicht die immer gleichen Favoriten kleiner Jury-Zirkel gewinnen, ein Phänomen, das auf die lange Sicht deutlich sichtbar und nicht bestreitbar ist, genauso wie persönliche und auch politische Vorlieben der Jury-Mitglieder. Trotzdem haben Jury-Preise nach unserer Auffassung unbedingt ihren Wert und ihren Platz. Unser Trachten ist auch nicht, diese zu ersetzen oder es im Gegensatz dazu irgendwie „richtiger" zu machen, wir verstehen den DPP ausdrücklich als Ergänzung zu den etablierten, von uns durchaus geschätzten Jury- und Fachpublikumspreisen wie u. a. dem Kurd-Laßwitz-Preis, dem DSFP, dem Preis der Stadt Wetzlar und anderen – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

 

Fantasyguide: Ich denke, das ist ein gutes Schlusswort. Ich bedanke mich bei Dir und Deinen Mitstreitern für die ausführlichen Antworten und wünsche Euch erfolgreiches Arbeiten für das nächste Jahr. Und den dann Abstimmenden viele quälende Minuten der Wahl!

 

Wir hoffen, wir konnten einen kleinen Eindruck von den Organisatoren vermitteln. Und kommen im nächsten Teil unseres Specials dann zu den Gewinnern. Man möge es uns nachsehen, wahrscheinlich ist die Freude daran schuld … wir beginnen mit dem DPP 2009 für die „Beste Internet-Seite“.

 

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Eure Meinung:

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Erstellt: 21.11.2009, zuletzt aktualisiert: 20.06.2022 18:24