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Die Tochter der Wanderhure von Iny Lorentz

Rezension von Julia Krause

 

Historische Romane, die einen weiblichen Protagonisten als Mittelpunkt vorweisen können, sind in den letzten Jahren groß in Mode gekommen und erscheinen in großer Zahl auch auf dem deutschen Büchermarkt. Zu diesen gehört auch Iny Lorentz „Wanderhure“ Marie. Nach dem Erfolg dieses Bandes, wird nun einmal mehr die Fortsetzung veröffentlicht, in der diesmal ihre Tochter die Hauptrolle spielt.

 

Marie musste nachdem sie verraten und verkauft worden ist, ihr Leben als Wanderhure fristen. Mit viel Glück und durch viel Leid ist es ihr gelungen ihre große Liebe zu finden und ein neues Leben aufzubauen. So lebt sie mit ihrem Mann Michel auf Burg Kibitzstein und sieht glücklich dabei zu, wie ihre Kinder aufwachsen. Trudi, ihre älteste Tochter und ihr heimliche Liebling, wächst somit relativ behütet auf, liebt ihre Eltern, wird wieder geliebt und träumt davon, ebenso glücklich mit einem Mann werden zu können, wie ihre Mutter. Nun wird Trudi zu der Hochzeit einer lieben Freundin eingeladen und das junge Mädchen tritt die Reise sehr gerne an. Doch dann überschlagen sich die Ereignisse. Ihr Vater wird das Opfer eines Attentats und dort ermordet.

Nun erschwert sich die Lage für die unglückliche Marie zusehends, da sie nicht in der Lage erscheint, selbstständig für die Burg sorgen zu können und es viele Neider gibt, die dieses Bauwerk gerne hätten. Zudem wird der Mörder ihres Mannes nicht geschnappt, auch wenn sich alle sicher sind, dass Peter von Eichenloh, ein Söldnerfürst, dafür verantwortlich ist. Dieser ist jedoch ein kluger Mann und so gelingt es ihm, seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen und ungeschoren davon zu kommen.

Trudi ist im Großen und Ganzen zum Zusehen verdammt, da sie als unverheiratetes Mädchen nichts an ihrer Situation oder der ihrer Familie verbessern kann. Schnell wird klar, dass hier politische Intrigen mit einspielen und gegen die sie nicht ankommen kann. Bald wird ihre Mutter wohl die Burg verlieren. Da das Mädchen das nicht zulassen möchte, macht sie sich auf den gefährlichen Weg, um allein um die Hilfe von König Friedrich zu bitten.

 

Im ersten Sinne liegt hier ein spannender Krimi vor, in dem geklärt wird, warum und von wem gemordet wird. Viel Politik spielt hier eine Rolle und Trudi aber auch Marie werden ebenfalls ein Spielball politischer Ränke. Wem die „Wanderhure“ gefallen hat, wird auch an diesem Buch Gefallen finden, da es spannend und voller alter Bekannter ist. Allerdings gibt es einige Längen, wenn die Autorin versucht die komplizierten Muster der Politik zu erklären, oder die Protagonisten einmal mehr über politische Dinge diskutieren. Vor allem ist die Einleitung übertrieben lang und schafft so ein etwas eintöniges Geplänkel. Das ist etwas schade.

Die Charaktere wurden interessant dargestellt und waren auch nicht alle so flach, wie man es aus den ersten Bänden immer mal wieder gewöhnt war. Die historischen Hintergründe waren zwar relativ gut recherchiert und glaubwürdig dargestellt, allerdings übertreibt die Autorin auch ganz gern. Der Stil ist gut lesbar, die Informationen werden dem Leser auf dem Silbertablett serviert und somit liest man ein angenehmes Buch, das man unter „leichter Kost“ einordnen kann und das man einmal so nebenher lesen kann.

 

Alles in allem liegt hier ein leichter Roman vor, der spannend und unterhaltsam ist.

 

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Die Tochter der Wanderhure

Autor: Iny Lorentz

Gebundene Ausgabe: 720 Seiten

Verlag: Knaur (6. Oktober 2008)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426662426

ISBN-13: 978-3426662427

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 19.11.2008, zuletzt aktualisiert: 21.10.2018 20:17