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Die Schlacht am Mordstein von Bernhard Hennen

Hörspiel

Reihe: Die Elfen 8

 

Rezension von Markus Mäurer

 

Rezension:

15 Jahre sind vergangen, seit Ollowain und Ganda die Bibliothek von Iskendria verlassen haben, wo sie herausfinden sollten, wie man Yingiz aufhalten kann. 15 Jahre, in denen Königin Emerelle einsam in ihrer Burg hockte, während die Yingiz dem Land das Leben entzogen haben. 15 Jahre, in denen die Trolle wieder erstarkt sind, mit einem wiedergeborenen König, und bereit für die nächste Schlacht. 15 Jahre die für Ollowain und Ganda nur wie Minuten vorkamen, da sie durch einen verzauberten Albenpfand gingen, der sie 15 Jahre in die Zukunft transportierte. Während Ganda sich schnell von dem Verlust ihrer Hand erholt, eilt der Schwertmeister weiter zu seiner Königin, und führt bald darauf das Heer der Elfen gegen die Trolle in die Schlacht.

 

Die Yingiz und der noch gefährlichere Devantar aus der letzten Folge werden dieses Mal nur am Rand erwähnt. Es dreht sich wieder alles um den alten Konflikt zwischen Trollen und Elfen. Wieder eine Schlacht, wieder eine verzweifelte Lage, wieder eine scheinbar selbstmörderische Verzweiflungstat um das Blatt zu wenden. Nach dem Kammerspiel in der Bibliothek wird es diesmal wieder episch und dramatisch, und am Ende blitzt wieder einmal Hennens Grausamkeit gegenüber seinen Figuren durch.

Aber auch die Lutin rücken wieder in den Fokus der Geschichte und üben einen entscheidenden Einfluss auf den Fortgang der Ereignisse aus.

 

In dieser Hörspielreihe ist keine Folge wie die andere. Für die einen Hörer ist sie dadurch sehr abwechslungsreich, für die anderen vielleicht auch inkonsistent. Das ist wohl Geschmackssache. Produktionstechnisch bewegen sich Die Elfen jedenfalls auf höchstem Niveau, auch was die Leistungen der zahlreichen Sprecher angeht. Musik und Sounddesign sind wie immer erstklassig, vor allem bei der Gestaltung der Schlacht.

 

Die Geschichte selbst hat mir dieses Mal nicht so gut gefallen, denn die x-te Schlacht gegen die Trolle geht mir langsam auf die Nerven. Wird Zeit, dass dieser Konflikt beendet wird, und man sich auf die Yingiz und den Devantar konzentriert. Bis auf Ganda in der letzten Folge fällt es mir auch schwer, Sympathieträger zu entdecken. Die Elfen sind durch die Bank weg alle solch selbstgerechten Kotzbrocken, dass ich inzwischen den Trollen die Daumen drücke. Ich hoffe, dass die Menschen demnächst mal wieder auftauchen. Zumindest über Alfadas Werdegang erhält man eine kurze Info.

 

Trotz aller Kritik sind »Die Elfen« aber momentan die einzig mir bekannte Fantasyhörspielreihe, die regelmäßig erscheint. Drizzt wurde eingestellt, weil die die Firma Lausch keinen Bock mehr auf Erwachsenenhörspiele hat. Die Zukunft von Abseits der Wege steht nach Rechtsstreitigkeiten des Machers Volker Sassenberg noch in den Sternen. Dragonbound scheint abgeschlossen zu sein. Und von Die letzten Helden erscheint alles Mögliche (vor allem immer neue Erscheinungstermine), nur keine neuen Hörspielfolgen. Für Fantasyfans ist »Die Elfen« also aktuell die einzige Möglichkeit, das Genre in Hörspielform zu erleben.

 

Da wir jetzt bei Teil 8 der Hörspielreihe angekommen sind, möchte ich noch mal rekapitulieren, worum es dabei überhaupt geht, bzw. ein wenig auf die Vorlagen eingehen.

 

Das alles basiert auf den Romanen von Bernhard Hennen. Der erste Roman, der in dieser Welt spielt, heißt (genau wie die Hörspielreihe) Die Elfen. Dieses Buch wurde allerdings nicht als Hörspiel umgesetzt. Es umfasst insgesamt tausend Jahre der Elfengeschichte, und es tauchen auch aus den Hörspielen bekannte Figuren wie Ollowain und Emerelle auf, aber die Fokus liegt auf anderen Elfen wie z. B. Nuramon. Nach die »Die Elfen« schrieb Hennen den Roman Elfenwinter, der die Vorlage für die ersten sechs Hörspiele lieferte. Die Handlung ist keine Fortsetzung des ersten Buches, sondern spielt während der dort behandelten tausend Jahren. Es ist praktisch eine Nebenhandlung der dortigen Ereignisse, für die in »Die Elfen« kein Platz war. Dasselbe gilbt für den dritten Roman Elfenlicht, der die Vorlage für die aktuellen Hörspielfolgen ist, und direkt an »Elfenwinter« anknüpft. Den Abschluss der Trollkriege bildet der Roman Elfenkönigin, der wohl (habe ihn nicht gelesen) die Geschichte von »Elfenwinter« fortführt.

 

Ebenfalls während des Handlungszeitraums der »Elfen« spielt die Elfenritter-Trilogie (Die Ordensburg, Die Albenmark und Das Fjordland), die aber nicht direkt an »Elfenwinter«, »Elfenlicht« und »Elfenkönigin« anknüpft, sondern an den zeitlich später verorteten zweiten Teil des Romans »Die Elfen«). Ich habe keine Ahnung, ob daraus auch Hörspiele gemacht werden sollen. Der Trilogie folgt dann noch der dritte Teil des Romans »Die Elfen«, der den Abschluss der Elfen-Chronologie bildet.

 

Der Roman »Die Elfen« wurde von Hennen zusammen mit einem Co-Autor verfasst. James Sullivan hat übrigens kürzlich die Geschichte von Nuramon mit dem gleichnamigen Roman fortgesetzt.

 

Dann gibt es auch noch das Buch Elfenlied, dass aus Geschichten über die aus den Hörspielen bekannte Lutin Ganda besteht.

 

Das ist alles ganz schön verelft, und es geht noch weiter. Jetzt gibt es auch noch Die Drachenelfen plus zwei Fortsetzungen, in denen die Vorgeschichte der Albenmark erzählt wird.

 

Wem die Hörspiele gefallen, wer von der Welt Hennens fasziniert ist und mehr möchte, der sollte mal einen Blick auf die Bücher werfen. Als Einstieg empfehle ich den ersten Roman »Die Elfen«. Der ist auf jeden Fall eine gute Ergänzung zu den Hörspielen und hilft, die Ereignisse in den Folgen besser zu verstehen.

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Eure Meinung:

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Hörspiel:

Die Schlacht am Mordstein

Reihe: Die Elfen 8

Autor: Bernhard Hennen

Dauer: ca. 65 Minuten

Umfang 1 CD

Folgenreich (Universal), am 15. 11. 2013

Skript, Regie und Produktion: Dennis Ehrhardt

Aufnahmen: Alexander Rieß, Dennis Ehrhardt und Johannes Steck

Schnitt, Sounddesign, Mischung: ear2brain productions

Musik: Andreas Meyer

Illustrationen: Helge C. Balzer und Sandobal

Layout: Sebastian Hopf

 

ASIN: B00FHDA7GC

 

Erhältlich bei Amazon

 

Sprecher:

Meister Alvias (Erzähler): Helmut Zierl

Ollowain: Bernd Rumpf

Emerelle: Daniela Hoffmann

Melvyn: Bernd Vollbrecht

Leylin: Linda Fölster

Obilee: Sonja Stein

Shandral: Patrick Bach

Madrog: Tobias Lelle

Caileen: Marion Elskis

Elodrin: Tim Knauer

Silvyna: Cathleen Gawlich

Fenryl: Kai-Henrik Möller

Meister Reilif: Klaus Sonnenschein

Meliander: Detlef Bierstedt

Breitnase: Torsten Michaelis

Skanga: Luise Lunow

Orgrim: Tilo Schmitz

Slarag: Uli Krohm

Gilmarak: Matthias Klie

Brodgrim: Bernd Stephan

Birga: Simona Pahl

Ganda: Laura Maire

Rika: Karin Rasenack

Nikodemus Glops: Thomas Wenke

Elija Glops: Rasmus Borowski

Orimedes: Martin Keßler

Katander: Philipp Brammer

Achim Buch

Janis Grossmann

Jürgen Holdorf

Tim Kreuer

Lennardt Krüger

Rüdiger Kuhlbrodt

Jan-David Rönfeldt

Achim Schülke

der ehrenamtliche 15-köpfige Trollchor unter Regie von Sebastian Breidbach

weitere Infos:

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Erstellt: 11.01.2014, zuletzt aktualisiert: 29.04.2019 09:41