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Die kleine Gruftschlampe

Rezension von Christel Scheja

 

Die Comics des Achterbahn-Verlages zeichnen sich vor allem durch eines aus: Weder Manga/Manwha noch europäische Alben sind passen sich dem allgemeinen Geschmack an, sie sind schräg und erzählen Geschichten oder Gags, die ander sind.

 

Die kleine Gruftschlampe scheint geradewegs der Welt der Dunkelheit entsprungen zu sein. Sie ist eine Vampirin mit Teufelshörnchen, aufreizend gekleidet in ein knappes Kostüm aus Lack und Leder. Natürlich hat das Mädchen in jeder Situation einen coolen Spruch auf den Lippen und benimmt sich nicht gerade feinfühlig, sie schwankt in ihrem Charakter zwischen einer bösartigen Domina und einer frechen, unbeschwertern Göre.

 

In einseitigen Cartoons oder kurzen Comicstrips erzählt Tikwa von ihren Abenteuern mit den unvermeidlichen Vampirjägern, die immer wieder versuchen sie oder ihre Freunde zu erledigen und dabei die absonderlichsten Methoden erfinden. Aber auch Ludwig der Vampir taucht auf, für den schon die Nennung des Wortes "Licht" der blanke Horror ist und sich oft gerne selbst überschätzt. Zu einer Art "Freundin" entwickelt sich nach und nach aber auch "Engeli", der gefallene Engel, der einen gewissen Wunsch zu wörtlich genommen hat und deshalb aus dem Himmel verbannt wurde, oder der Teufel, der sich eine süße kleine Kuh als Geliebten ausgesucht hat.

Neben der unvermeidlichen Jagd nach Blut, kann die kleine Gruftschlampe es aber auch nicht sein lassen, Ludwig und Engeli zu ärgern, oder einen masochistischen Dämonen zu quälen. So wie es sich eben für ein Mädchen ihres Standes gehört. Sie will in erster Linie ihren Spaß haben - genau so wie der Rest der Bande, zu dem sich später auch drei nette unsterbliche Ratten gesellen.

 

Die kurzen Episoden ziehen fröhlich und unbeschwert alle Klischees über Engel, Dämonen und Vampire durch den Kakao. Dazu passt auch der ungezwungene Zeichenstil von Tikwa. Indem nicht nur die Figuren, sondern auch die Boshaftigkeit der kleinen Gruftschlampe eher niedlich wirken, entsteht ein krasser Gegensatz, der anstatt zu stören verstärkend wirkt..

 

Nur in der letzten, vierseitigen Geschichte klingen neben dem üblichen schrägen Humor auch einmal melancholische Töne an. Auf der Flucht vor Zombiepiraten gelangen die kleine Gruftschlampe und ihr Dämonenfreund kurz in die Vergangenheit und machen eine schicksalhafte Begegnung, ehe sie wieder zu ihrem üblichen Alltag zurück kehren.

 

Mit einem kurzen Essay wie die Idee zu der "Kleinen Gruftschlampe" überhaupt entstanden ist, und wie sie sich inzwischen weiterentwickelt hat, läßt Tikwa den Band ausklingen. Als Kind der schwarzen Szene wendet sich der Comic vor allem an Goths und solche die es werden wollen, aber auch Fans phantastischer Literatur, die durch ihr Wissen über Dämonen und Vampire, über die Gags schmunzeln können. Für sie ist "Die kleine Gruftschlampe" ein vergnüglicher Streifzug durch die Welt der Finsternis, die sich kein Stück ernst nimmt.

 

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Comic:

Die kleine Gruftschlampe

Autor: Tikwa

Zeichner: Tikwa

Verlag: Achterbahn-Verlag, Kiel

Format: Softcover

Sprache: Deutsch

ISBN-Code: 3899822226

Anzahl Seiten: 48

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 16.10.2005, zuletzt aktualisiert: 25.11.2018 10:46