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Der Krieg der Elben von Alfred Bekker

Reihe: Elben Trilogie Band 3

 

Rezension von Carina Schöning

 

Nach der Besiedlung des Zwischenlandes und den Kampf gegen den Augenlosen Seher in „Das Reich der Elben“, hat sich das Volk der Elben weiter auf dem neuen Kontinent ausgebreitet. Das Königspaar Keandir und Ruwen bekam die Zwillinge Andir und Magolas und die dunkle Finsternis, die den König nach dem Sieg befallen hatte, war nun auch in den Augen der Kinder sichtbar. Beide waren gleichermaßen talentiert und wissbegierig, aber nach einem Besuch auf der verfluchten Insel des Sehers entwickelten sie sich fortan in unterschiedlicheren Richtungen. Andir konzentrierte sich mehr auf seine magische Ausbildung und zog sich immer mehr von den Regierungsgeschäften und Verpflichtungen zurück, während Magolas neidisch und machtgierig auf das Elbenreich seines Vaters hinab blickte. Als dieser in „Die Könige der Elben“ auf seinem Feldzug gegen den Axtherrscher des Magiers Xaror war, heiratete Magolas ohne Absprache die sterbliche Prinzessin Larana und zog mit ihr in den Süden des Zwischenlandes. Sein Machthunger war noch lange nicht gestillt und so gab er sich nach und nach der Finsternis hin und wurde zu einem willigen Werkzeug und Sklaven des bösen Herrschers Xaror.

 

Nun sind wieder Zwillinge geboren. Daron und Sarwen haben zwar auch menschliches Rhagar-Blut in sich, aber der elbische Teil überwiegt. Genauso wie ihr Vater damals sind sie äußert begabt und in ihrer Entwicklung Gleichaltrigen weit voraus. Doch Magolas hat sie mit dunklen Ritualen dem Bösen geweiht und Xaror lauert im Limbus auf den richtigen Zeitpunkt für seine Rückkehr in die elbische Welt. Zusammen mit allerlei verformten Tierkriegern soll Magolas nun ihm das magische Schwert des verstorbenen Rhagar-Königs Comrrm bringen und ihm so zu weiterer Macht verhelfen.

 

Zur gleichen Zeit bricht der Elbenkönig Keandir auf zu der verfluchten Insel des Augenlosen Sehers. Nach einem Angriff von Xarors Katzenkriegern und Flammenwesen auf den Elbenturm und der Waffenmanufaktur braucht man neue Rohstoffe für die entwickelten Waffen. Aber auch hier hat Xaror seine Finger im Spiel und manipuliert die einheimischen Affenwesen zu seinen Gunsten.

 

„Der Krieg der Elben“ ist der Abschlussband der Elben-Trilogie von Alfred Bekker. Wie auch in den ersten beiden Romanen wird hier eine klassische und altbekannte High Fantasy Geschichte von dem Zwist zweier ungleicher Brüder und dem ewigen Krieg zwischen Gut und Böse erzählt. Die Handlung ist dabei diesmal verstärkt Action und Kampf betont, so dass leider die eigentliche Geschichte wie auch die handelnden Hauptpersonen viel zu oft vernachlässigt werden und eher als schmückendes Beiwerk zwischen den zahlreichen Scharmützeln wirken. Trotz dem lockeren Erzählstil, will daher der Funke auch nicht so wirklich überspringen. Man erfährt zwar so einiges über die Figuren und deren Probleme, aber der Gesamteindruck bleibt doch zu blass und oberflächlich. Ein richtiges „Mitfiebern“ mit ihnen ist nicht möglich: Magolas opfert mal eben seine Kinder dem totalen Bösen und auch Keandir hat scheinbar kaum Bedenken gegen seinen eigenen Sohn in den Krieg zu ziehen?

Hinzu kommt, dass die guten Ansätze aus dem ersten Teil nicht weiter entwickelt werden. Die Krankheit des depressiven Lebensüberdruss ist anscheinend geheilt und auch das Nachlassen der magischen Kräfte und Tradition der Elben interessiert hier plötzlich keinen mehr. Auch die vielen verschieden Völker des Zwischenlandes spielen nur noch eine untergeordnete Rolle in dem Abschlussroman.

Der Schluss fällt dann leider auch wenig überraschend und eher unspektakulär aus. Was bleibt ist ein mittelmäßiges Fantasyabenteuer mit den klassischen Helden und Bösewichten. Sprachlich und erzählerisch ganz gut gelungen, bietet es aber nicht genug Spannung und Originalität, um wirklich überzeugen zu können.

 

Insgesamt ist „Der Krieg der Elben“ daher nur ein solide geschriebener High Fantasy Roman mit den klassischen Rollenmustern und mäßig Spannung geworden. Wer alle Elben, Elfen, Orks, Trolle etc. -Bücher durch hat, findet hier kurzweilige und actionreiche Fantasykost, die man genauso schnell gelesen wie auch vergessen hat.

 

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Eure Meinung:

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Buch:

Der Krieg der Elben

Reihe: Elben Trilogie Band 3

Autor: Alfred Bekker

Taschenbuch, 400 Seiten

Egmont Lyx, Februar 2008

 

ISBN-10: 3802581423

ISBN-13: 978-3802581427

 

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 18.03.2008, zuletzt aktualisiert: 04.02.2019 13:52