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Die Femeiche von Daniel Stenmans & Michael Hübbeker

Rezension von Christel Scheja

 

In den 1980ger Jahren löste das Abenteuer-Spielbuch „Der Hexenmeister vom flammenden Berg“ erstmals einen Boom von Rollenspielen im Buchformat aus, der Kinder wie Erwachsene begeisterte. Auch wenn er rasch wieder abflaute, so erscheinen doch immer wieder noch Bücher die nach diesem Konzept entstanden sind. Auch die „Femeiche“ von Daniel Stenmans und Michael Hübbeker gehört dazu, auch wenn die Autoren und der Verlag das ganze lieber als „interaktiven“ Roman betrachten. Vermutlich ist das Buch auch nur das Nebenprodukt zum ebenfalls „interaktiven“ Hörbuch für all diejenigen, die lieber lesen.

 

Der Leser schlüpft in die Rolle des jungen Sven Karstens, der auf dem Heimweg von einer sehr ernüchternden und bitteren Aussprache mit seiner Freundin Lara ist, von der er sich gerade eben erst im Streit trennte. Dementsprechend wenig begeistert ist er, als sein Wagen auf der B 224 Richtung Dorsten kurz vor dem Dorf Erle zu streiken beginnt und stehen bleibt. Als er es trotz aller Bemühungen nicht wieder zum Laufen bringt, beschließt er nach Hilfe und Unterstützung zu suchen.

Doch schon der Weg in das Dorf gestaltet sich als Alptraum. Das Wetter wird immer schlechter, der Nebel dichter, und er hat das Gefühl beobachtet zu werden. Da sind unheimliche Laute und Bewegungen um ihn herum – und schließlich muss er sogar querfeldein um sein Leben laufen, als das Grauen sein Gesicht zeigt.

Aber auch in Erle selbst ist er nicht sicher, denn das Dorf wirkt wie ausgestorben und verlassen. Schließlich erreicht er den Dorfplatz und muss auch noch mit ansehen, wie die Dorfbewohner voller Hass und Mordlust ein Mädchen an der Eiche auf der Platzmitte aufhängen wollen. Ihn trifft der Anblick besonders, weil es aussieht, wie seine Freundin Lara.

 

Der Roman ist in drei Teile aufgespalten, die nur erreicht werden können, wenn man den „richtigen“ Weg findet und nicht in eine Falle läuft, so wie es bei den meisten Abenteuer-Spielbüchern üblich ist. Jeder Fehler kann den Tod bedeuten. Allerdings kann man, wenn man das Buch ausgelesen hat, auch noch einmal andere Wege gehen, um heraus zu finden, was in diesen Kapiteln geschehen ist. Dementsprechend legt man das Buch nicht so schnell aus der Hand.

Da es sehr einfach strukturiert ist, eignet es sich vor allem für diejenigen, die mit den Abenteuer-Spielbüchern noch nicht vertraut sind. Sie werden auf einfache und wenig umständliche Weise auf den Geschmack gebracht.

Allerdings gelingt es den Autoren nicht, in den einzelnen Kapiteln Stimmung zu erzeugen. Man merkt zwar, dass sie die Gegend kennen, in der „Die Femeiche“ spielt, aber sie bringen keinen Lokalkolorit in die Geschichte ein. Auch können aus Horror-Filmen sattsam bekannte Schockeffekte und Brutalitäten nicht darüber hinweg täuschen, dass die Handlung zu wenige Überraschungen bietet und nicht einmal Gruselstimmung vermitteln kann.

Letztendlich hat man schon nach dem ersten Durchspielen kein Interesse mehr daran, das Buch noch einmal zur Hand zu nehmen.

 

„Die Femeiche“ ist eine gut gemeinte Idee mit interessanten Ansätzen, allerdings gelingt es den Autoren nicht, wirkliche Stimmung und die ein oder andere Überraschung in die Handlung mit einzubringen, so dass mehrfach Langeweile entsteht und das Buch alles in allem eher enttäuschend ist.

 

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Die Femeiche

Autoren: Daniel Stenmans & Michael Hübbeker

Gebunden , 157 Seiten

Ueberreuter, erschienen Januar 2009

Titelbildgestaltung von Init Büro für Gestaltung unter Verwendung eines Fotos von gettyimages

ISBN-10: 3800053667

ISBN-13: 978-3800053667

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 03.03.2009, zuletzt aktualisiert: 04.10.2018 15:58