Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Schatten über Camelot - Marlins Macht

Rezension von Björn Backes

 

Mit Preisen überhäuft, unter Kritikern und Liebhabern gleichermaßen geschätzt und geachtet, und letztendlich immer wieder ein gerne gesehener Gast auf den heimischen Spieltischen: „Schatten von Camelot“ gehört nach wie vor zu den wohl besten Strategie-Titeln dieses Jahrzehnts und auch zu den verlagseigenen Favoriten beim hochbesetzten französischen Label Days Of Wonder. Nach etwas längerer Ankündigung folgt nun endlich eine Erweiterung zum bewährten Spielprinzip, die den ohnehin schon großen Spielreiz noch einmal weiter verstärken soll.

 

Ausstattung:

 

Die neuen Spielmaterialien bestehen zum größten Teil aus neuen Karten sowie insgesamt 7 neuen Rittern, die je nach Wappen mit denen des Originalspiels ausgetauscht oder vermischt werden können. Lediglich die Artus-Figur wurde nicht ausgetauscht, was angesichts der sich daraus ergebenden Widrigkeiten mit der Background-Story aber nur allzu verständlich ist. Dafür gibt es mit Merlin jedoch auch einen neuen Charakter, der später hilfreich ins Spiel eingreift und sinnbildlich als schmucke Plastikminiatur zur Geltung kommt. Dies kann auch Sir Bedivere von sich behaupten, der einst als Promo-Figur zu Werbezwecken verwendet wurde, mittlerweile längst vergriffen ist, und hier nun als Bonus wieder beigefügt wurde. Schöne Idee, die besonders Langzeitfans sehr begrüßen dürften.

 

Quantitativ hält sich das Material demnach zwar in Grenzen, rein visuell und hinsichtlich der grundsätzlichen Aufmachung ist es aber absolut topp. Alles andere wäre jedoch bei den guten Voraussetzungen des Basisspiels ziemlich absurd gewesen!

 

Regelwerk:

 

Im Grunde genommen haben Serge Laget und Bruno Cathala keine wirklich einschneidenden Änderungend er Spielregel vorgenommen. Neu sind eigentlich nur einige spezielle weiße und schwarze Karten, das Reisesystem Merlins und natürlich die neuen Ritter, deren Einsatz aber eigentlich keine merklichen Unterschiede zum Original aufweisen. Dafür besteht aber nun die Möglichkeit, gleich mit 8 Spielern für die Tafelrunde zu kämpfen und bei voller Auslastung auch einen zweiten Verräter ins Spiel zu bringen.

Für das Regelwerk bedeutet dies daher auch nur, die wichtigen Neuerungen kurz vorzustellen, was an dieser Stelle hervorragend gelöst und mit schlüssigen Querverweisen zu „Schatten über Camelot“ vollbracht wird. Nach vier informativen Seiten und Begriffserklärungen ist man über die Änderungen des Spielverlaufs bestens in Kenntnis gesetzt!

 

 

Spielverlauf:

 

Am eigentlichen Spielablauf hat sich nun auch nicht wirklich viel verändert. Nach wie vor kämpfen mindestens 3 (nun aber höchstens 8 statt 7) Vertreter der Tafelrunde für die Ehre Camelots, indem sie wichtige Questen erfüllen, bevor die Festung belagert und zerstört wird. Die neuen schwarzen Karten werden ebenso wie die weißen unter den Originalstapel gemischt, die Reisekarten hingegen bilden einen separaten Stapel, der genau dann zum Zuge kommt, wenn die Ritter nun ihren Standort wechseln wollen.

Bevor es jedoch soweit kommt, muss man erst einmal die Anordnung der Tafelrunde vornehmen. Pro Wappen stehen nun 2 ausgebildete Ritter zur Wahl, was den Spielaufbau anfangs schon ein bisschen variabler macht, zumal die neuen Ritter auch neue Spezialfähigkeiten mit sich bringen. Die Konstellation kann sich somit komplett oder zumindest stellenweise ändern, was gerade erfahrenen Spieler die ersehnte Abwechslung bringen sollte – wenngleich diese auch bis jetzt noch nahezu uneingeschränkt gegeben war. Sollten tatsächlich die komplette Tafelrunde beteiligt sein, kommt evtl. eine zweite Verräterkarte ins Spiel. Da jedoch vor dem Spiel 9 Karten bereitliegen, ist nicht definitiv festgelegt, ob auch tatsächlich 2 Verräter im Spiel sind.

Fortan legt man nun in bewährter Manier los, vollbringt Heldentaten und stellt sich den schurkischen Auswüchsen des Bösen, symbolisiert durch die schwarzen Karten. Einen groben Einschnitt gibt es nun aber bei den Reisen von einer Queste zur nächsten. Wer freiwillig seinen Standort verändern möchte, muss nämlich nun eine Karte vom Reisestapel ziehen. Dies kann zur folge haben, dass der Ritter bei seiner Fortbewegung manipuliert wird, indem er sich beispielsweise verpflichtet, direkt zur Gral-Queste zu begeben oder aber in einen Hinterhalt gerät. Andererseits kann auch Merlins Einsatz hierdurch forciert werden. Der Zauberer kommt nämlich nur über eine Kartenaktion ins Spiel und verharrt schließlich solange auf der anvisierten Zielqueste, bis eine weitere Karte mit seinem Namen gezogen wird. Der Magier erweist sich jedoch als äußerst hilfreich und ermöglicht gleich zwei Spezialaktionen. Zum einen darf man immer dann, wenn man sich mit ihm den Standort teilt, eine zweite weiße Karte ziehen. Und zum anderen fallen keine weiteren Belagerungsmaschinen mehr an, wenn Merlin sich zu einer Queste begibt, die nicht mehr im Spiel ist.

 

Eine letzte Veränderung besteht in der Separierung aller schwarzen Karten, die von Questen berichten, welche nicht mehr im Spiel sind. Wird eine solche Karte gezogen, muss man zwar weitere eine Belagerung aktivieren, kann diese Karte anschließend aber auf dem Ablagestapel für den Rest des Spiels entsorgen.

 

 

Spielspaß:

 

„Schatten über Camelot“ steht fast schon in der Tradition der monumentalen Releases von Days of Wonder und hat in diesem Sinne sicherlich eine Erweiterung verdient, auch wenn das Spielprinzip nicht wirklich nach Veränderung schrie. Andererseits gelingt es „Merlins macht“ recht schön, den bestehenden Spielmechanismus um einige kleine Nuancen aufzubessern, die das Spiel folgerichtig auch tatsächlich aufwerten. Mit der Merlin-Figur und ihren besonderen Fähigkeiten, aber auch mit den starken Spezialeigenschaften der neuen Ritter ergeben sich vor allem für die Tafelrunde völlig neue Möglichkeiten, wohingegen die Saboteure unter den Rittern sich auf einige interessante schwarze Karten, die Nebeneffekte des Reisesystems und vor allem die mögliche Verstärkung durch einen zweiten Intriganten freuen können.

 

Somit bleibt das Spiel in seiner Gewichtung insgesamt weiterhin sehr ausgeglichen, gewinnt durch die neuen Optionen aber noch ein kleines bisschen an Komplexität. Da die Verbesserungen jedoch wirklich nur sehr fokussiert hinzugefügt wurden, muss sich keiner vor einem Berg voller neuer Regeln fürchten. Die bestehenden Voraussetzungen wurden stattdessen analysiert und sinnvoll erweitert, so dass „Merlins Macht“ summa summarum nicht nur den Zweck eines Spielausbaus erfüllt, sondern den Spielspaß als solchen noch einmal um einige Prozentpunkte steigert. Mehr durfte man schließlich auch nicht erwarten!

 

 

Fazit:

 

Wer einmal dem Suchtpotenzial von „Schatten über Camelot“ verfallen ist, wird diese heiß ersehnte Erweiterung mit offenen Armen empfangen. „Merlins Macht“ ist zwar kein riesiger Ausbau des Spiels, aber eben ein durchweg würdiger, der einmal mehr durch seine liebevolle Aufmachung und die interessanten neuen Spielregeln überzeugt. Wer das Basisspiel also besitzt, kommt um diese Ergänzung absolut nicht herum. Lediglich der recht hohe Preis von immerhin 29,95€ könnte noch ein wenig freundlicher ausfallen!

 

(Anklicken zum Vergrößern)
 

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Brettspiel:

Schatten über Camelot - Merlins Macht

Days of Wonder

Spielerzahl: 1 bis 5

Spieldauer: ca. 60 Minuten

Mindestalter: ab 12 Jahre

Spielerzahl: 3 bis 8

ASIN: B001BGOWHO

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 30.07.2008, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50