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Verrat auf der Venus

Hörspiel

Reihe: Mark Brandis 2

 

Rezension von Ingo Gatzer

 

Rezension:

Mit dem Hörspiel Verrat auf der Venus legt der Verlag steinbach sprechende bücher nach fast zehnmonatiger Wartezeit den von Fans heiß und innig erwarteten zweiten Teil der Saga um den Raumfahrer Mark Brandis vor. Vorbild für die Hörfassung ist die 31-teilige Serie Weltraumpartisanen, die zwischen 1970 und 1987 erschien und mit der sich ihr Autor Nikolai von Michalewsky eine treue Fangemeinde sicherte. Kann die Adaption des gleichnamigen Romans genauso überzeugen, wie das mit dem ersten Teil Bordbuch Delta VII“ gelang?

 

Wir befinden uns in der 2. Hälfte des 22. Jahrhunderts. Durch einen Putsch hat General Gordon B. Smith weite Teile der Erde unter seine Kontrolle gebracht und eine brutale Diktatur etabliert. Mark Brandis und seiner Crew war es im ersten Teil der Reihe gelungen, den Prototyp Delta VII, ein neuartiges und ultraschnelles Raumschiff, dem Zugriff des Generals zu entziehen und zur Venus zu fliehen, die sich nach dem Putsch des Generals für unabhängig erklärt hatte.

 

Die Situation auf der Venus erweist sich als brisant. Mark Brandis wird gleich zu Beginn des Hörspiels mit einer tödlichen Gefahr konfrontiert. Dass die Regierung des Planeten ein Ultimatum des Generals ablehnt und auf die eigene Unabhängigkeit beharrt, ist wenig dazu geeignet, die Sicherheitslage zu verbessern. Aber es gibt Hoffnung. Ein auf der Erde operierender Informant in den Reihen des Generals, will bei einem geheimen Treffen auf dem Mond der Venusregierung brisante Nachrichten übermitteln. Also wird das schnellste Schiff geschickt: Die Delta VII unter dem Kommando von Mark Brandis. Doch das Treffen läuft nicht so reibungslos ab, wie geplant. Der einzige Ausweg für die Delta VII und ihre Besatzung besteht in einem tollkühnen Plan.

 

Die Umsetzung der Vorlage kann als vollauf gelungen bezeichnet werden. Mit einer Spieldauer von etwa 76 Minuten ist der kleine Silberling im wahrsten Sinne des Wortes bis an den (CD-)Rand vollgestopft, wobei sich alle wichtigen Elemente der Buchvorlage im Hörspiel wiederfinden. Zwar wird der Mark-Brandis-Fan einige Unterschiede zwischen Roman und Hörfassung finden, aber eine wortgetreue Übertragung auf nur eine CD ist eben nicht möglich und vielleicht auch gar nicht wünschenswert. Denn das Hörspiel punktet, indem es die Stärken des Mediums ausnutzt. Die Sprecherrollen sind - vom nachdenklichen Helden Mark Brandis, den Michael Lott hervorragend spricht, bis zur kleinsten Rolle, wie dem fiesen Kommissar Malamud, den Michael Westphal herrlich gemein intoniert - so gut besetzt, dass man die Verantwortlichen für das Voicecasting nur beglückwünschen kann. Sounddesign und Musik, die schon in Teil eins überzeugen konnten, zeigen sich noch einmal verbessert. Die Synthesizerklänge von Jochim-C. Redeker sorgen in Verbindung mit den schön gestalteten Soundeffekten für eine stimmungsvolle Atmosphäre.

 

Der Actiongehalt hat gegenüber dem ersten Teil zugenommen. Trotzdem bleibt die eigentliche Geschichte deshalb nicht auf der Strecke. Auch beim Spannungsniveau liegt “Verrat auf der Venus“ vorne. Dafür sorgen viele kleine Spannungsbögen, überraschende Wendungen und ein Cliffhanger am Ende des Hörspiels, der jeden Fan sehnsüchtig auf den dritten Teil der Reihe warten lässt.

 

Lobend soll außerdem noch das kleine aber feine Booklet erwähnt werden, dass nicht nur Kurzbeschreibungen zu einigen wichtigen Personen sowie eine Rekapitulation der bisherigen Handlung enthält, sondern auch über die Venus-Kolonie und den Aufbau des Raumschiffs Delta VII informiert.

 

Kritisieren kann man am vorliegenden Hörspiel allenfalls Kleinigkeiten. So ist es nicht unbedingt überzeugend, dass sich die Delta VII, die nicht einmal mit Schilden oder Defensivwaffen ausgerüstet ist, sich relativ einfach gegen ein Dutzend feindlicher Kriegsschiffe durchsetzen kann. Einen kleinen inhaltlichen Fauxpas im Manuskript zeigt sich in einer Äußerung von Mark Brandis, wenn er den Tod des dritten guten Mannes innerhalb weniger Tage beklagt. Eine der getöteten Personen war nämlich eine Frau. Aber das lässt sich ebenso verschmerzen, wie der wohl einzige Kritikpunkt bei den ansonsten vollauf überzeugenden Soundeffekten: Hier klingen nämlich die Laserwaffen eher wie Maschinengewehre.

 

Fazit:

Insgesamt kann also auch “Verrat auf der Venus“ auf ganzer Linie überzeugen und gegenüber dem ersten Teil der Reihe “Mark Brandis“ sogar qualitätsmäßig noch eine Lichtsekunde zulegen. Obwohl die Romanvorlage schon mehr als drei Jahrzehnte alt ist, wirkt die Handlung doch kein bisschen angestaubt. Deswegen kann nicht nur jedem Fan der Romanreihe “Weltraumpartisanen“ - die übrigens ab Oktober 2008 neu aufgelegt werden wird - sondern auch jedem anderen Science-Fiction-Fan das Hörspiel ohne Einschränkungen empfohlen werden. Allerdings ist es ratsam, zunächst den ersten Teil “Bordbuch Delta VII“ zu hören. Bleibt zu hoffen, dass die Fans sich bis zum Erscheinen von Unternehmen Delfin, dem dritten Teil der Weltraumsaga, nicht wieder so lange gedulden müssen.

Eure Meinung:


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Hörspiel:

Verrat auf der Venus

Reihe: Mark Brandis 2

Romanvorlage: Nikolai von Michalewsky

Manuskript: Balthasar von Weymann

Produktion, Regie und Schnitt: Jochim-C. Redeker und Balthasar von Weymam

steinbach sprechende bücher - Interplanar, 15. März 2008

 

ISBN-10: 3886987736

ISBN-13: 978-3886987733

 

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:

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Erstellt: 31.03.2008, zuletzt aktualisiert: 03.09.2018 18:38