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Angkor

Rezension von Christoph Weidler

 

Mitten im 12. Jahrhundert. Tief im Dschungel entsteht die größte Tempelanlage der Welt: Angkor Wat. Freilich baut hier jeder Spieler geschickt mit dem aufwändigen Spielmaterial seine eigenen Tempel und Paläste. Doch die Widrigkeiten des Dschungels machen das Leben schwer: Immer wieder werden die heiligen Stätten vom Urwald überwuchert. Und während man vorne noch versucht, den Schlingpflanzen den Weg durch Wassergräben zu versperren, kommt die Konkurrenz von hinten und lässt neue wachsen. ANGKOR: ein verschlungenes Tempelabenteuer um die Macht im Urwald.

 

Verständlichkeit der Spielregeln

Auf den ersten Blick wirken die Spielregeln ein klein wenig verwirrend, aber wenn man die fünf kleinen und mit Bildern begleiteten Seiten Schritt für Schritt durchgeht, entpuppt sich "Angkor" als ein sehr leicht verständliches und schnell einsteigbares Spiel.

 

Spielziel

Jeder Spieler versucht, die eigene Tempelanlage zu vergrößern und gleichzeitig die Tempelanlangen der Mitspieler mit Urwald zu überwuchern, um so deren Bauten wertlos zu machen. Wer am Ende des Spieles durch seine Bauten die meisten Punkte hat, hat gewonnen.

 

Spielvorbereitung

Am Anfang steht hier der Fleiß, denn die 108 Spielplättchen möchten erst einmal aus den Rahmen gelöst werden. Doch das geht zum Glück sehr schnell und ist auch nur einmalig zu erledigen. Die reinen Spielvorbereitungen sind schnell getroffen:

 

 

  • Spielpläne in jeden Spielplan legen
  • Sichtschirm (zeigt auf der Spielerseite einen Schnellüberblick über alle Regeln) an jedem Spielplan anbauen
  • jeder Spieler erhält ein Tiger, ein Brunnen und eine Angkor Statue
  • die Spielplättchen werden verdeckt in die Mitte des Tisches gelegt und gemischt
  • jeder Spieler zieht fünf Plättchen und legt sie hinter sein Sichtschirm

 

 

und schon kann es losgehen!

 

Spielablauf

Der Spieler der an der Reihe ist, muss folgende Schritte ausführen:

 

Plättchen legen oder/und Spielfigur(en) aufstellen

Hierbei hat man mehrere Möglichkeiten:

 

 

  • zwei Plättchen aus seinem Vorrat legen
  • ein Plättchen aus seinem Vorrat legen und eine Spielfigur aufstellen
  • zwei Spielfiguren aufstellen

 

 

Die Plättchen sind sehr unterschiedlich und entsprechend unterscheiden sie sich auch in ihren Möglichkeiten des Legens.

Die Urwaldplättchen dürfen nur auf die Spielfelder der Gegenspieler abgelegt werden, denn sie haben den Sinn die Tempelanlagen der anderen Spieler zu überwuchern und somit deren Bauten wertlos zu machen. Hierbei muss man beachten, dass ein Urwaldplättchen nicht auf Wasser oder eine Spielfigur gelegt werden kann und sie müssen entweder an den Außenrand des Spielplans oder waagerecht oder senkrecht an ein bereits auf dem Spielplan vorhandenes Urwaldplättchen angelegt werden. Hierbei darf (und sollte) man auch das Urwaldplättchen auf ein bestehendes Tempel-, Pagoden- oder Innenhofplättchen gelegt werden.

 

Tempel-, Pagoden- oder Innenhofplättchen dürfen nur auf den eigenen Spielplan gelegt werden, ist auch sinnig denn schließlich ergeben am Ende des Spieles alle nicht überwucherten Bauten (Tempel, Pagoden, Innenhöfe) die entsprechenden Punkte eines Spielers. Hierbei muss man beachten, dass man diese Plättchen an ein beliebiges vorhandenes Plättchen, das kein Urwaldplättchen ist, waagerecht, senkrecht oder diagonal anlegen muß. Natürlich darf man in diesem Sinne auch mit seinen Plättchen möglichen von den anderen Spielern auf eigenen Spielplan gesetzten Urwald überbauen, sofern der Urwald an ein vorhandenes Bauwerk angrenzt. Wichtig, einzig auf Wasser oder eine Spielfigur darf man die Plättchen nicht legen.

 

Wasserplättchen darf man ebenso wie Tempel-, Pagoden- oder Innenhofplättchen nur auf dem eigenen Spielplan ablegen und sie unterliegen der gleichen Legeregel wie diese. Aber eine Besonderheit haben sie, denn auf Wasser kann nichts gebaut werden oder Urwald wachsen. Somit hat man mit den Wasserplättchen eine gute Möglichkeit seine Tempelanlage vor den herankriechenden und alles überwuchernden Urwald zu schützen.

 

Anstelle eines Plättchens kann man aber auch eine Spielfigur auf ein freies Feld seines Spielplanes aufstellen. Die Spielfiguren erfüllen zwei maßgebliche Aufgaben, einmal sind sie ein sehr guter "Block" gegen die Urwaldplättchen, denn auf ihnen kann kein Urwald wachsen (aber auch Nachteil, auf ein Feld wo eine Spielfigur steht kann man nichts bauen!), und zum anderen ermöglichen sie am Spielende Extrapunkte, die mitunter siegentscheidend sein können. Denn jede Spielfigur bringt ihrem Besitzer Punkte für zusammenhängende Plättchen einer bestimmten Art, die waagerecht oder senkrecht an die Spielfigur angrenzen:

 

 

  • Der Tiger bringt 1 Punkt pro Urwaldplättchen (so kann man den Nachteil der von den Gegenspielern gelegten Urwaldplättchen zum Vorteil wenden)
  • Der Brunnen bringt 1 Punkt pro Wasserplättchen
  • Die Angkor-Statue bringt 1 zusätzlichen Punkt pro Innenhofplättchen

 

 

ggfs. Plättchen nachziehen

Hat man Plättchen aus seinem Vorrat abgelegt, muss man diese wieder nachziehen, so dass man ständig einen Vorrat von fünf Plättchen hinter seinem Sichtschirm zur Verfügung hat.

 

 

Sind beide Spielschritte erledigt, dann ist der nächste Spieler dran. Zwischen den ganzen verdeckten Plättchen, aus denen man nachzieht, sind auch fünf Prinzessinnenplättchen verborgen. Wenn man eine davon zeiht, muss man sie offen auf den Tisch legen und darf ein neues Plättchen ziehen. Sind alle fünf Prinzessinnenplättchen aufgedeckt endet das Spiel, dieses sorgt für recht unterschiedliche Spieldauer und kein Mitspieler weiß wann wie lange das Spiel nocht geht. Also heißt es hier jederzeit effektiv zu agieren um so jederzeit möglichst die meisten Punkte zu erreichen, bzw. die Punkte der Mitspieler zu reduzieren.

 

Spielspaß

"Angkor" ist ein ruhiges Spiel, welches aber dennoch seinen Reiz hat. Gerade die Unsicherheit wann das Spiel endet, bringt eine Spur Extraspannung mit in das Spiel, und ein gutes taxieren zwischen eigenen erreichten Punkten und denen der Mitspieler ist gefragt um zu entscheiden was man eher macht - eigene Tempelanlage ausbauen und sichern, oder lieber die Tempelanlage der Mitspieler mit Urwald überwuchern.

Wobei hier der hohe Glücksfaktor des Spiels nicht unerheblich ist, kann es doch durchaus auch einmal zu Frust führen wenn man die dritte und vierte Runde hintereinander nur Urwaldplättchen zieht und so keine Chance hat die eigenen Tempelanlage auszubauen oder mit den gierig erhofften Wasserplättchen abzusichern. Dennoch, wenn man kein Problem damit hat und auch bereit ist seine Taktiken an den vorhandenen Möglichkeiten schnell anzupassen, sei es eine konstruktive Spielweise indem man die eigene Anlage ausbaut und sichert, eine destruktive Spielweise indem man die Tempelanlagen der Mitspieler mit Urwaldplättchen bedeckt oder die gesunder Mischung aus beiden. Jede Runde, jedes Spiel, kann je nach Glück beim nachziehen der Plättchen anders verlaufen - und gerade das macht den besonderen Reiz von "Angkor" aus, denn hier ist Flexibilität gefragt und hat man sie wird man dieses Spiel lieben.

 

Altersgruppe

Das Spielalter ist ab 8 Jahre angegeben, aber auch jüngere Spieler haben, wie es sich bei den Testspielen gezeigt hat, keine Probleme mit den Spielregeln und dem Spiel an sich klarzukommen. Ab 6 Jahre ist durchaus ein gutes Spielalter, erstes Feeling für leichte Taktiken sollte aber hier schon vorhanden sein.

 

Anzahl von Mitspielern

"Angkor" ist für 2 bis 4 Spieler ausgelegt und ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, Spaß macht es alle Mal. Einziger großer Unterschied, bei mehr Spielern ist natürlich auch die Chance größer das ein Spieler von seinen Mitspielern mit Urwaldplättchen "beglückt" wird, wobei hier die Spielregeln auch ein Maximum von insgesamt vier Urwaldplättchen pro Spielplan in einer Runde geben. Aber je mehr Spieler es sind, desto eher kommen auch die fünf Prinzessinnenplättchen zusammen und das Spiel kann schnell zu Ende gehen.

 

Fazit

"Angkor" ist ein ruhiges Familienspiel, welches sich "leise" in die Spielerherzen schleicht aber dann durchaus seinen festen Platz findet.

 

(anklicken zum vergrößern)

Eure Meinung:


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Brettspiel:

Angkor

von Schmidt Spiele

Spieleautor: Knut Happel

Spielalter: ab 8 Jahre

Spieldauer: ca. 30 Min.

Spielerzahl: 2 bis 4

ASIN: B000BIHLO4

Erhältlich bei: Amazon

 

Spielinhalt:

 

  • 4 Dschungel (Kunststoff),
  • 4 Spielpläne,
  • 4 Sichtschirme,
  • 108 Spielplättchen (40x Urwald, 8x Tempel, 19x Wasser, 20x Innenhof, 16x Pagode, 5x Prinzessin)
  • 12 Holzfiguren: 4 Tiger, 4 Brunnen, 4 Statuen Angkor
  • Spielregeln

 

 


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Erstellt: 12.07.2007, zuletzt aktualisiert: 16.02.2018 17:50