Zurück zur Startseite


  Platzhalter

Lerchenlicht von Philip Reeve

Rezension von Bine Endruteit

 

Bei dem Roman „Lerchenlicht“ handelt es sich, wie man auf dem Klappentext erfährt, um „ein Exempel dramatischen Heldentums in den entlegendsten Gefilden des Weltraums“. Nun, das klingt so, als wäre der Erzähler der Geschichte sehr von sich überzeugt. Und tatsächlich ist Art Mumby, aus dessen Sicht die Geschichte erzählt wird, ein Junge, der stolz ist auf seine Taten und das auch immer wieder gerne zum Besten gibt. Seine Schwester Myrtle hingegen scheint, wenn man Art glauben schenkt, nicht ganz so heldenhaft zu sein wie er, aber die Ausschnitte aus ihrem Tagebuch verraten dem Leser etwas ganz anderes.

 

Lerchenlicht ist eine Villa, die mitten im Weltall schwebt. Dort leben Art und Myrtle zusammen mit ihrem Vater. Die Mutter der beiden ist schon vor vielen Jahren gestorben und so ist es manchmal ein wenig einsam in dem großen Gebäude. Entsprechend aufgeregt sind die Geschwister, als sich ein Mr. Spindler per Brief bei ihnen ankündigt, denn Besuch gab es bisher noch nie. Doch es kommt alles anders, als erwartet. Anstatt einen stattlichen Mann aus der wohlhabenden Gesellschaft der Erde begrüßen zu dürfen, wie Myrtle es sich so sehr wünschen würde, müssen sie erleben, wie ein stacheliges, schwarzes Schiff voller riesiger, weißer Spinnen anlegt. Lerchenlicht wird in ein nahezu undurchdringliches Spinnennetz gehüllt und Mr. Mumby wird gefangen genommen. Art und Myrtle gelingt es gerade noch, sich in einer Rettungskapsel in Sicherheit zu bringen. Wobei der Ausdruck „Sicherheit“ eigentlich übertrieben ist, denn wie sicher ist man schon, wenn man in einer fassähnlichen Konstruktion durch das Weltall schwebt und nicht mal etwas Ordentliches zu Essen dabei hat?

 

Eigentlich hofften die Kinder, dass sie von einem anderen Schiff aufgenommen würden, statt dessen landen sie auf dem Mond. Dort tummeln sich seltsame Wesen, die aussehen wie Pilze und die nicht sonderlich intelligent sind. Außerdem gibt es dort die so genannte Töpfermotte, ein riesiges Tier, das seine Beute in einen Topf aus Ton sperrt, in dem sich eine Made befindet. Die Made ist so groß wie ein Arm des Opfers und versucht, dieses zu verschlingen. Dummerweise geraten auch Myrtle und Art in solche Töpfe, aber sie werden gerettet. Der gefürchtete Pirat Jack Havock und seine Mannschaft, die aus Geschöpfen besteht, die die Geschwister noch nie zuvor gesehen haben, können die Kinder befreien. Und zu deren Überraschung ist Jack selbst auch nicht mehr als ein Junge. Lediglich in der Presse wird er zu einem blutrünstigen Monster, denn keiner der Bestohlenen will eingestehen, dass er von einem Jungen besiegt wurde.

 

Art und Myrtle befinden sich von nun an also auf dem Schiff von Kapitän Jack, der ihnen helfen will. Sie erfahren auch, wie er zu dem wurde, was er ist, und was es mit seiner Crew auf sich hat. Alle gemeinsam werden sie sich auf die Suche nach Mr. Mumby machen und dabei feststellen, dass nicht nur ein einzelner Mensch in Gefahr ist, sondern die ganze Erde.

 

„Lerchenlicht“ ist ein fantastisches Weltraumabenteuer. Es handelt sich um eine gelungene Mischung aus Science Fiction-, Fantasy- und Abenteuerroman. Die Schiffe sehen aus wie echte Segelschiffe, obwohl sie im Weltraum unterwegs sind. Aber schließlich schwimmen dort auch fischähnliche Wesen herum. Der Autor Philip Reeve hat sich eine äußerst lebendige Welt ausgedacht. Außerdem ist es ihm gelungen, jedem seiner Protagonisten einen ganz eigenen Charakter zu verleihen. Oft sind die Personen und Wesen sehr verschieden, aber gerade ihre Andersartigkeit, egal, ob es hier um das Aussehen geht oder den Charakter, macht es so interessant zu verfolgen, wie alle miteinander agieren. David Wyatt, der einigen Lesern bereits durch seine „Herr der Ringe“-Illustrationen bekannt sein dürfte, hat diesem Roman durch seine Schwarzweiß-Bilder noch mehr Lebendigkeit verliehen.

 

„Lerchenlicht“ ist ein spannendes Abenteuer für Jugendliche, das besonders durch seine fantastischen Einfälle und viele humorvolle Passagen überzeugt. Die Illustrationen machen außerdem noch großen Spaß. Allen Fans von Paul Stewart und Chris Riddell, die die Klippenland-Chroniken erschaffen haben, wird auch dieses Buch gefallen.

Zum Seitenanfang

Eure Meinung:


Keine Einträge
Keine alten Kommentare vorhanden.

Zum Seitenanfang

Platzhalter

Lerchenlicht

Autor: Philip Reeve

Gebundene Ausgabe

496 Seiten

Verlag: Bloomsbury

Erschienen: Februar 2007

ISBN-10: 3827051991

ISBN-13: 978-3827051998

Erhältlich bei: Amazon

 

weitere Infos:


Platzhalter
Platzhalter
Erstellt: 20.04.2007, zuletzt aktualisiert: 05.11.2018 10:31