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Magma von Thomas Thiemeyer

Rezension von Markus Mäurer

 

Nach Jahren in der Feldforschung – Reisen um die ganze Welt, an abgelegene Orte, ausbrechende Vulkane etc.. Hat sich die Geologin Dr. Ella Jordan entschieden etwas Ruhe und Routine in ihr Leben einkehren zu lassen. Das Angebot einer Professur an der George Washington University kommt ihr da gerade Recht. Ein fester Wohnplatz, geregelte Arbeitszeiten, und eine feste Lehrtätigkeit. So begibt sie sich, ein wenig nervös aber voller Elan, in ihre erste Vorlesung. Der Hörsaal ist gerammelt voll und die Studenten sind neugierig auf die abenteuerlustige Dozentin. Ella findet einen guten Start in die Vorlesung, und hat ihr Publikum von Anfang an auf ihrer Seite. Bis plötzlich ihr Rektor in die Veranstaltung reinplatzt, und sie bittet ihm sofort zu folgen. Eine folgenschwere Entscheidung, die Ella neues Leben beendet, bevor es überhaupt richtig angefangen hat.

Die amerikanische Regierung bietet sie an einem Projekt teil zunehmen, das einige Rätselhafte Naturphänomene untersuchen soll, die in jüngster Zeit vermehrt aufgetreten sind. Zusammen mit einem kleinen Forscherteam soll sie in einem neuen Forschungs-U-Boot auf den Grund des 11000 Meter tiefen Marianengrabens tauchen. Ein riskantes Unternehmen das in einer Katastrophe endet.

Zur gleichen Zeit entdecken deutsche Astronomen eine Supernova, einen explodierenden Stern, in unmittelbarer Nähe. Ist Zufall, dass so viele ungewöhnliche Naturphänomene in kürzester Zeit stattfinden? Gibt es vielleicht Muster, die auf einen nicht natürlichen Ursprung schließen lassen? Wer hat ein Interesse daran, die Erforschung der Phänomene zu sabotieren? Und was haben die mysteriösen Steinkugeln, die auf der ganzen Welt entdeckt werden, mit den Erdbeben und Vulkanausbrüchen zu tun?

 

Eine Menge Fragen die Thomas Thiemeyer hier aufwirft. Und eine gute Grundkonstellation für einen spannenden Wissenschaftsthriller. Mysteriöse Naturphänomene, eine hübsche und intelligente Wissenschaftlerin, ein geheime Organisation und ein gefährlicher Widersacher. Das alles angereichert mit einem kurzen Geologiekurs und ein bisschen Astronomie vermischt der Autor zu einem klassischen Wissenschaftsthriller mit einem Hauch Science Fiction. Das alles gelingt im auch größtenteils ganz gut. Die wissenschaftlichen Erklärungen sind nachvollziehbar, die Hauptfigur sympathisch, ihre Auftraggeber undurchschaubar und ihr Auftrag abenteuerlich und gefährlich. Die auftauchenden Klischees, wie z. B. die ewig hübschen Wissenschaftlerinnen sind da zu verschmerzen. Denn kann man einem Autor wirklich vorwerfen, sich mit schönen Frauen zu umgeben? Das gemächliche Tempo der Geschichte schlägt da schon mehr ins Gewicht. Die Geschichte braucht ziemlich lange bis sie in die Gänge kommt. Und bleibt dann auch bis auf wenige Ausnahmen relativ unspektakulär, zumindest wenn man bedenkt, dass hier gerade eine Art Weltuntergang vonstatten geht. Leider schafft Thiemeyer es nicht die Bilder vom Weltuntergang mit der gleichen Intensität zu Papier zu bringen, mit der er seine Bilder auf die Leinwand bringt. So bleibt die globale Katastrophe leicht farblos.

Trotzdem ist Magma ein durchaus unterhaltsamer Roman. Der vor allem von den Wissenschaftlichen Erklärungen profitiert, die dem ganzen Untergangsszenario dann doch ein wenig Substanz geben.

Mit der Figur des Konrad Martin, hat der Autor einen faszinierenden Charakter entworfen. Die Figuren, auch die Nebenfiguren sind neben der Wissenschaft, die großen Stärken des Buches. Mit ihnen hat Thiemeyer einige unterhaltsame Zeitgenossen geschaffen, die der ganzen Geschichte die richtige Würze geben, und von der fehlenden Action ablenken.

 

Positiv zu erwähnen ist auch das vom Autor selbst entworfene Titelbild, das die mysteriösen Steinkugeln eindrucksvoll wiedergibt.

 

Magma ist ein unterhaltsamer, guter, wenn auch nicht sehr guter Wissenschaftsthriller geworden, der sich vor der internationalen Konkurrenz nicht zu verstecken braucht.

 

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Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Crimson
Mittwoch, 07. März 2007 16:27 Uhr
Ich habe das Buch letzte Woche gelesen und kann nur sagen, dass ich es sehr, sehr spannend fand. Mag ja sein, dass es einfach "gestrickt" ist, aber es macht einfach Spass. Außerdem fand ich den Ort der Handlung in der Sahara mal ungewöhnlich für einen Roman und da ich das Buch bei 30 Grad im Liegestuhl im Garten gelesen habe, war das auch irgendwie passend.

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Magma

Autor: Thomas Thiemeyer

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten

Verlag: Knaur (Februar 2007)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3426662132

ISBN-13: 978-3426662137

Erhältlich bei: Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 07.03.2007, zuletzt aktualisiert: 23.06.2017 20:09