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Coruum. Volume 2 von Michael R. Baier

Rezension von Carsten Kuhr

 

Gut ein Jahr ist es her, da machte ein im Selbstverlag erschienen umfangreicher SF- Roman eines unbekannten Autors von sich reden. Michael R. Baier gelang mit »Coruum Volume 1« ein veritabler Überraschungserfolg. Teils phantastischer Abenteuer-Thriller, Teils Space-Opera mit Military SF Einschlag kassierte der Roman von Kritikern wie Fans begeisterten Zuspruch. Jetzt, kurz vor Weihnachten hat der Autor nach rund eineinhalb Jahren Arbeit die Fortsetzung vorgelegt.

Um was geht es?

Zur Erinnerung: In Mittelamerika stösst eine archäologische Expedition auf Reste einer verschollene Hochkultur. Auf einer Stele findet man unbekannte Hieroglyphen. Donavon MacAllon eilt zur Entschlüsselung an die Ausgrabungsstätte. Mit seiner Hilfe entdecken die Archäologen zunächst eine verschollene Maya-Stadt, später ein unterirdisches Archiv, das in holographischen dreidimensionalen Aufnahmen den Besuch der Stadt durch raumfahrende Aliens dokumentiert. Doch wer hat die hochtechnischen Einrichtungen hier zurückgelassen, und welche Energiequelle treibt selbst nach über tausend Jahren die technischen Wunderwerke an?

Die Amerikaner sichern durch entsandte Elitetruppen die Entdeckung für sich. Doch auch sie können nicht verhindern, dass die Stele ein Signal in den Weltraum sendet - einen Ruf, der Gehör findet. Binnen kurzen tauchen zwei einander feindlich gesinnter Parteien in Coruun auf, ein mit weit überlegener Nanowaffentechnik geführter Kampf um die Fundstätte entbrennt.

 

Im Verlauf des zweiten Bandes entpuppt sich die Erde als der verschollene Ursprungsplanet der die Galaxis besiedelnden Menschen. Vor mehr als 2000 Jahren ist einer der bedeutendsten Herrscher des Sternenkönigreiches scheinbar spurlos verschwunden. Die in der Station gefundenen Aufzeichnungen belegen, dass Harkcrow Treerose damals auf der Erde eine Extraktion vornahm - er siedelte einen ganzen Menschenstamm um, fiel dabei aber einem Anschlag zum Opfer. Wer sabotierte seine Pläne, wer steckt hinter dem Attentat und warum? Selbst nach 2000 Jahren ist dies ein Geheimnis, dessen Wahrung die Schuldigen dazu veranlasst, Leben auszulöschen, ja ganze Planeten der Vernichtung anheim zu stellen. Mittlerweile haben sich die bewohnten Welten zu drei einander misstrauisch gegenüberstehenden Machtblöcken gesammelt. Im Hintergrund zieht die Kirche ihre Fäden. Doch Allen droht die periodisch wiederkehrende Zerstörung all ihrer Welten. Nur die Sole-Sourcer, eine weit ältere, verschollene Rasse deren Technik die der Königreiche weit überlegen sein soll, könnte Rettung versprechen. Doch wie kann man mit den Verschollenen Verbindung aufnehmen, und will man das überhaupt?

 

 

Intrigen, Machtspiele und die Vertuschung uralter Verbrechen bilden das Grundgerüst eines spannenden Romans. Wie bereits der ersten Teil liest sich das über 500 Seiten starke Buch in einem Rutsch flüssig durch. Dabei geschieht zunächst einmal noch nicht viel. In alternierenden Handlungssträngen berichtet der Autor uns von den Vorkommnissen auf der Erde - der Überfall der Aliens auf Area 51 ist hier nur ein Highlight - und den Geschehnissen im Sternenreich. Vor unseren faszinierenden Augen offenbart sich dabei, jeweils in der Ich-Form erzählt, das Bild einer intriganten Kultur. Jeder gegen Jeden scheint die Devise zu sein, die wenigen Aufrechten Kämpfer werden meist als Kanonenfutter verheizt - traurig zwar, aber mit Kolateralschäden ist zu rechnen. Nach und nach führt uns Baier in die unterschiedlichen Kulturen ein, schildert uns durch einen Erzähler aus ihrer Mitte deren Besonderheiten und Denkweisen, macht uns die Motivation ihrer Herrscher deutlich. Die Suche nach dem Warum, dem Stippenzieher im Hintergrund entpuppt sich als zusätzliches Spannungselement, wobei es dem Autor gelingt, die Spannungskurve straff zu halten. Dies ist um so mehr zu rühmen, als nicht nur die Anzahl der differenzierten Sichtweisen, und der Erzähler zu berücksichtigen sind, sondern auch der grosse Umfang des Buches mit den Leser fesselnder Lektüre gefüllt werden sollte.

Baier gelingt dies mit einem abwechslungsreichem Mix aus actionbetonten Kampfschilderungen, exotischen Schauplätzen und einem faszinierenden politischen Intrigenspiel. Stilistisch sicher mixt er dabei seinen ganz eigenen Cocktail aus Versatzstücken die Erinnerungen an Frank Herbert (Wüstenplanet) aber auch Matt Reilly (Der Tempel) aufkommen lassen. Dabei gelingt es ihm nicht nur scheinbar mühelos das im ersten Teil angeschlagene Tempo beizubehalten, sondern auch die richtige Mischung zwischen fundiertem Hintergrund der Sternenreiche und deren Beziehung zur Erde und dem aktuellen Tagesgeschehen zu finden.

 

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Coruum. Volume 2

Autor: Michael R. Baier

Taschenbuch: 500 Seiten

Verlag: Baier, Michael; Auflage: 1 (Dez. 2006)

ISBN-10: 3000197249

Erhältlich bei: Amazon

 

Weitere Infos:


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Erstellt: 06.01.2007, zuletzt aktualisiert: 28.02.2017 13:03