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Holmes und die Freimaurer von J. J. Preyer

Reihe: Sherlock Holmes Criminalbibliothek Bd.5

Rezension von Carsten Kuhr

 

Holmes hat sich mittlerweile 67 Lenze zählend zur Ruhe gesetzt. Statt in der Baker Street 221b verbringt er die meiste Zeit des Jahres als Dauergast in einem an der Küste von Sussex gelegenen Hotel. Doch immer noch erreichen ihn Anfragen verzweifelter Hilfesuchender. Auch das Zimmermädchen wendet sich an den Ruheständler.

Auf einem der Felder, die ihr Vater bewirtschaftet, hat sich ein Pilz ausgebreitet, der wenn er vom Wind verteilt wird, die gesamte Ernte der Region, ja des Landes insgesamt bedroht. Doch komischerweise unternimmt ihr Vater nichts. Als Holmes sich der Sache annimmt, verschwindet das Zimmermädchen, ihr Vater wird ermordet aufgefunden. Die Spur führt Holmes und dem zu Hilfe eilenden Dr. Watson auf die Spur eines anderen Verbrechers – Jack, the Ripper scheint von den Toten auferstanden. Frauen werden ermordet, die Botschaft „Die Juwes sind nicht die Männer, denen man die Schuld nicht anlasten kann“ taucht erneut an den Tatorten auf, alles weist auf einen Zusammenhang mit den Freimaurern hin. Als Holmes dann noch auf Spuren eines gewissen Moriarty und Colonal Moran stösst wird deutlich, dass dem Empire selbst Gefahr droht ...

 

J. J. Preyer hat in den letzten Jahren mit seinen Freimauerer-Krimis (mg Verlag) auf sich aufmerksam gemacht. Diesmal verlagert er seine Handlung in der Zeit etwas weiter zurück, und nimmt sich auf eigene Art des Mythos´ um Sherlock Holmes an. Er versucht nicht einfach Conan Doyle zu kopieren, sondern hat sich für einen fremden Erzähler, dessen Identität hier nicht gelüftet werden soll entschieden.

 

Preyer erzählt uns von einer Zeit, da Holmes sich auf sein verdientest Altenteil zurückgezogen hat. Gerade zu Beginn des Romans stellt der Autor uns die Gegend, die sich Holmes für seinen Lebensabend ausgewählt hat sehr anschaulich vor. Dabei wird aber auch deutlich, dass Holmes sich verändert hat. Nach einem erfülltem Leben voller Mysterien und Abenteuer hat der grosse Dedukt dem Heroin abgeschworen, auch die sonst so unumgängliche Pfeife und die Violine fehlen zunächst. Doch dann lässt der alten Mann sich nur zu gerne, auch wenn er dies nicht zugeben will, reaktivieren. Zu interessant, zu bedeutsam scheinen sich die Geschehnisse zu entwickeln. Die Handlung nimmt Tempo auf, und man spürt förmlich, wie das Blut in Holmes Körper schneller zu fliessen beginnt. Unterschwellig aber eben doch wahrnehmbar hat der Autor diesen Aspekt in seinen Text geschickt einfliessen lassen. Als Holmes dann auf erste Hinweise in Richtung seine ehemaligen Gegenspielers stösst, zieht das Tempo nochmals an. Eine Verbindung zu den Freimaurern und der »Orden der Lade« tut sich auf. Hier aber lässt Preyer viel, für meinen Geschmack zu viel im Dunkeln. Statt die Freimaurer mit ihren geheimen Ritualen und Lebensweisen in die Handlung zu integrieren, reisst er diesen Aspekt nur am Rande an. Die Auflösung des Rätsels ist dann unerwartet, ein alter Bekannter taucht wieder auf, so dass das Finale einmal mehr Holmes siegreich sieht – wer hätte es auch anders erwartet.

Kleine stilistische Holprigkeiten insbesondere bei den Dialogen fallen kaum auf. Die äussere Gestaltung mit dem sehr stimmigen Titelbild von Mark Freier und den Innenillustrationen von Andreas Gerdes, Kapitelunterteilungen durch Pfeifen, jede Seite wird von einem kleinen Portrait des Meisters geschmückt zeigt, dass die Macher hinter dem Buch mit Liebe und Eifer zu Wege gegangen sind. Zwar fehlt dem Band die Doyle-typische deduktische Erforschung der Begebenheit, doch Preyer setzt statt dessen seine eigene Geschichte, die er ohne grosse Brüche spannend und kurzweilig erzählt.

 

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Buch:

Holmes und die Freimaurer

Reihe: Sherlock Holmes Criminalbibliothek Band 5

Autor: J. J. Preyer

Originalausgabe im Blitz Verlag 2006

ISBN 3-89840-215-0

192 Seiten Paperback

Erhältlich bei Blitz Verlag

weitere Infos:


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Erstellt: 18.12.2006, zuletzt aktualisiert: 05.11.2016 16:52