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Brainspam von Torsten Sträter

Rezension von Pascal Kamp

 

In seinem vierten Kurzgeschichtenband, „Brainspam – Aufzeichnungen aus dem Königreich der Idiotie“ entfernt sich Torsten Sträter von den Horrorgeschichten seiner „Jacks Gutenachtgeschichten“, die gerade mit dem dritten Band abgeschlossen wurden. Die 25 Kurzgeschichten in „Brainspam“ handeln unter anderem von einer pseudopolitischen Reise nach New York, von Dortmund, Feiertagen, Besuchen eines Vergnügungsparks mit den Neffen auch von „Onkel Erwin“, welcher Lesern von Sträters anderen Büchern schon aus dem Nachwort von „Hämoglobin“ bekannt sein sollte.

 

Wie in seinem Vorwort angekündigt, vereinfacht Sträter dem Leser auch die Auswahl der Kurzgeschichten, indem er jeder seiner Kurzgeschichten in den Kategorien Anspruch, Metapherndichte, Lerneffekte, Romantik, Action und Sex einen bis vier Sterne verleiht. Jedoch gibt Sträter nur wenigen seiner Geschichten mehr als einen Stern in der Kategorie „Anspruch“, was die meisten seiner Geschichten zu (in den Worten des Autors) „geistiger Antimaterie“ macht. Denn „Brainspam“ wird seinem Titel mehr als nur gerecht: Es handelt sich bei dieser Sammlung um vollkommen absurde Geschichten ohne tieferen Sinn, aber mit jeder Menge Ironie, die man ja schon aus den anderen Veröffentlichungen Sträters kennt. Dies ist jedoch nicht negativ zu verstehen. Leser, die Sträter vor allem wegen seines ironischen Schreibstils lieben, werden an „Brainspam“ jede Menge Freude haben, diejenigen jedoch, die „Jacks Gutenachtgeschichten“ wegen des Horrors gelesen und gemocht haben, sollten den Kauf von „Brainspam“ wahrscheinlich überdenken, denn dieses Buch baut vollständig auf Sträters Schreibstil auf, anstatt auf seine Geschichten.

Die in „Jacks Gutenachtgeschichten“ so häufig kritisierten Rechtschreibfehler halten sich in „Brainspam“ erfreulicherweise in Grenzen, werden jedoch ersetzt durch einen nicht weniger ärgerlichen Fehler: In manchen Geschichten ändern sich stellenweise die Namen der Nebenfiguren, so wird aus einem „Francis“ bereits im nächsten Satz ein „Hank“, nur um im darauf folgenden Satz erneut zu „Francis“ zurückzukehren. Dieser Fehler ist nicht häufig, kommt aber mehr als einmal vor, was das Lesevergnügen doch ein wenig schmälert.

 

Fazit:

Alles in allem bietet „Brainspam“ genau das, was es bieten soll: zahlreiche absurde Geschichten, die witzig sein sollen und es auch glücklicherweise ausnahmslos sind. Wer Handlung erwartet, wird enttäuscht werden, wer den typischen Sträter-Humor erwartet, wird begeistert sein und sich auf die kommenden Publikationen dieses herausragenden Newcomers freuen!

 

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Brainspam

Autor: Torsten Sträter

Broschiert - 191 Seiten - Eldur

Erscheinungsdatum: Februar 2006

ISBN: 3937419179

Erhältlich bei: Amazon

Weitere Infos:


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Erstellt: 15.06.2006, zuletzt aktualisiert: 23.09.2016 15:22