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Skaldensänge

Rezension von Christel Scheja

 

"Skaldensänge" ergänzt und erweitert die schon vor geraumer Zeit erschienene Regionalbeschreibung "Unter dem Westwind", die den rauhen Norden um Thorwal, Nostria und Andergast behandelt.

 

"Skaldensänge" enthält erst einmal die dreiteilige Jandra-Saga, die die Helden durch das gesamte Thorwal vom Süden bis in das eisige Gjalskerland führt.

"Das Sturmkind" von Daniel Jödemann beginnt ganz profan in einer Kneipe. Der Skalde Thure freundet sich mit den Helden an und erzählt von Jandra Sturmkind, der Hetfrau der Sturmvogel Ottajasko. Später lernen sie diese sogar höchstselbst kennen.

Nachdem in der Herberge kein Platz mehr ist, bieten Hetfrau und Skalde ihnen Gastfreundschaft an. Diese geht so weit, dass die Helden sie sogar auf der weiteren Reise begleiten und freundschaft mit der kauzigen Mannschaft schließen. Doch als die Hetfrau endlich nach Hause zurückkehrt, erfährt sie, dass man schwere Vorwürfe gegen sie erhebt und Gericht über sie halten will. Die Helden ahnen, dass da etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und versuchen herauszufinden, was los ist.

Um den Namen Jandra Sturmkinds reinzuwaschen, folgen die Helden dem "Fluch des Blutes". Michelle Schwefel lockt die Helden in den Hohen Norden, wo sie statt der Spuren der Hetfrau nur eine andere unangenehme Überraschung entdecken. Langsam beginnen sie zu ahnen, dass mehr als nur eine Intrige hinter allem steckt. Finstere Magie in Gestalt von Jandras Widersacher ist hier am Werk.. Und Madhru, ein junger Gjalskerländer braucht ihre Hilfe.

"Blutiger Schnee" von Jörg Middendorf mit Texten von Dennis Riedelsheimer schließt die dreiteilige Saga schließlich ab. Sie bekommen es nicht nur mit einem dunklen Schamanen zu tun, sondern finden auch den einzigen Weg, um den dunklen Fluch, der die Hetfrau gefangen hält, zu brechen.

Wer die Erprobung seiner körperlichen Talente und Kampfsituationen schätzt, wird davon in der "Jandra"-Saga mehr als genug bekommen. Es ist zwar auch sinnvoll dann und wann seine Wissens- und Gesellschaftsfertigkeiten anzuwenden, insgesamt aber steht vor allem Action im Vordergrund. Da auch die Geschehnisse relativ klar sind, ist die Saga ideal als Einsteigerkampagne geeignet.

Aber auch hier gilt wie so oft: Auch wenn die Charaktere niederstufig sein können und durch die Geschehnisse erst in das Abenteuer hinein wachsen, so ist auch hier gerade vom Spielleiter eine gute Kenntnis von thorwalschem Leben zu erwarten und von den Spielern zumindest ein wenig Interesse am Charakterspiel um stimmungsvolle Abende zu gestalten.

 

"Die Versunkenen" von Solveigh Schwefel und Mark Wachholz führt in das Seufzermoos. Seltsame Dinge gehen dort vor, und die Menschen auf einem kleinen Wehrhof müssen um ihr Leben fürchten. Beschworen haben sie das Übel jedoch selber durch ihre Taten. Ähnlich wie bei der Jandra-Saga stehen hier körperlicher Einsatz und Kampf im Vordergrund.

Erhöhten Spielspaß soll es aber bieten, das Abenteuer mit rein thorwalschen Helden zu spielen, die neben dem Feind auch noch mit ihrer eigenen Angst zu kämpfen haben. Und am Ende ist auch ein wenig Fingerspitzengefühl gefordert.

 

"Stille Wasser" von Phillip Schumann mit Ideen von Frank W. Bartels spielt in Thuranien, dem Grenzland zwischen Nostria und Andergast. Auf Bitten ihres Auftraggebers sollen die Helden herausfinden, was mit seinen Familienangehörigen geschehen ist. Dabei folgen sie einer zwanzig Jahre alten Spur und erreichen ein Dorf mit einer verschlossenen Dorfgemeinschaft.

Sie erleben eine böse Überraschung, die nicht nur ihre Kampffertigkeiten, sondern auch List und Tücke bei dem nachfolgenden Katz-und-Maus-Spiel fordern. Denn ihre Gegner sind mit allen Wassern gewaschen und haben nichts mehr zu verlieren. Man braucht also auch eine Menge Verstand um zu überleben.

 

Ähnlich geartet sind auch die drei nachfolgenden Szenarien: Tahir Shaiks "Der Puppenspieler" rächt sich auf seine Art an einem Raubritter, der seine Tochter entführte. "Söhne und Töchter" von Julian Marjoulas erzählt von einer Kinderbande, die nicht ahnt, dass ihr Traum von Eigenständigkeit längst zerplatzt ist. Und in "Auge um Auge" von Tahir Shaik müssen die Helden all ihr diplomatisches Geschick einsetzen, um eine Konfrontation zwischen Orks und Menschen zu verhindern.

Die Nostria/Andergast Abenteuer verzichten weitestgehend auf Magie, zeigen aber aber, dass man gerade in zivilisierteren Gegenden nicht unbedingt dem Lächeln seines Gegenübers trauen sollte, denn es könnte ein Raubritter oder ein Halsabschneider sein. Insgesamt fallen sie von der Stimmung und Spannung her gegenüber den Szenarien in Thorwal etwas ab.

 

Die Abenteuer sind reich und sehr passend bebildert, das Kartenmaterial ist ausreichen, wenn auch die Handouts selbst mit zwei Seiten eher mager ausfallen. Interessant ist, dass man diesmal mehr unbekannte Zeichner zu sehen bekommt, und das Titelbild - obwohl nicht dafür gezeichnet - gleich die richtige Stimmung vermittelt.

 

Alle Abenteuer sind in jüngerer Zeit angesiedelt und binden gelegentlich aktuelle Geschehnisse mit ein. Sie vermitteln auf spielerische Art und Weise das Lebensgefühl in bestimmten Gegenden Thorwals und in den Grenzregionen von Nostria/Andergast und runden damit den Eindruck, den die Regionalspielhilfe "Unter dem Westwind" hinterlassen haben sollte, ab.

 

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Hinweis:

Mit freundlicher Unterstützung von Fantasy Productions GmbH,

www.fanpro.com und www.f-shop.de

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Skaldensänge

System: DSA

Das Schwarze Auge

Abenteuer 131

Skaldensänge

Fünf DSA-Gruppenabenteuer und drei Szenarien für 3-6 Experten-Helden

von Ragnar und Michelle Schwefel

Titelbild von Don Maitz/Ag. Schlück, Innenillustrationen, Karten und Pläne von Zoltan Boros/Ag. Kohlstedt, Caryad, Daniel Jödemann, Michael Niezer, Simone Ronner, Mia Steingräber, Florian Stitz, Christophe Swal

Hardcover Originalausgabe, November 2005

Fantasy Productions 13013 (96+2/1600)

ISBN 3-89064-394-9

Erhältlich bei: Amazon

 


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Erstellt: 17.03.2006, zuletzt aktualisiert: 24.01.2015 01:38