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Anno 1503

Rezension von Goswin Redo

 

Das Brettspiel "Anno 1503" ist eine Adaption des gleichnamigen Computerspiels. Der wohl bekannteste deutsche Spiele-Erschaffer Klaus Teubner hat den Sprung vom PC zum Spieltisch geschafft und ein ansprechendes Spiel geschaffen.

 

Box: Das Spiel ist in der heutzutage üblichen quadratischen Verpackung zu bekommen. Die Vorderseite zeigt ein Segelschiff vor einer Hafenstadt. Ein großer roter runder Aufdruck weißt darauf hin, dass Klaus Teubner der Autor ist.

Die Rückseite zeigt ein Photo des Spielplans, sowie eine kurze Beschreibung des Spiels. Ein erneuter Hinweis auf Klaus Teubner darf scheinbar nicht fehlen.

 

In der "Kosmos Info-Box" erfährt man die Fakten zum Spiel:

 

  • 2-4 Spieler
  • Kinder ab 10 Jahren und Erwachsene
  • Ca. 60 Minuten Spieldauer

 

 

Auf einer Skala von 1-10 gibt es für:

 

  • Entdecker 8 Punkte
  • Aufbaustrategen 10 Punkte
  • Glückspilze 5 Punkte

 

 

Zudem gibt es eine Inhaltsübersicht, also die Anzahl der verschiedenen Spielkarten, -plättchen, usw.

 

In einer Ecke der Rückseite findet sich der Hinweis auf die Webseite www.profeasy.de, auf der man einem Beispielspiel beiwohnen kann. Zudem gibt es auf der Online-Seite zu Catan einige Hinweise und Pressestimmen zum Spiel.

 

Öffnet man das Spiel fällt einem sofort die Werbebroschüre des Kosmos-Verlags in die Hände, die für "Die Siedler" und entsprechende Add-Ons und Ableger wirbt.

 

Der Spielplan hat etwas doppelte Packungsgröße, dazu kommt für jeden Spieler ein eigener etwas halb so großer Spielplan dazu. Man sollte sich also einen Tisch mit etwas Platz zum Spielen aussuchen. Hinzu kommen diverse Pappplättchen, die man noch aus einem großen Bogen ausstanzen muss. Das geht problemlos und beschädigt nichts. Weiterhin gibt es einen eingeschweißten Kartenstapel und eine Tüte mit 8 Holzschiffen und einem Würfel.

 

Das Spielmaterial lässt sich nach dem Spiel wieder gut in den entsprechenden Vertiefungen des Plaste-Inlays der Spielbox verstauen, so dass auch bei einem Transport nichts durcheinander kommt.

Das Material ist sehr schön gestaltet. Die Bilder der Häuser und Schiffe sind an das Computerspiel angelehnt. Die Spielpläne kommen ohne viel Text aus, vieles wird über die entsprechenden Bilder bzw. Icons ersichtlich.

 

Die Anleitung: Die Anleitung besteht aus vier Seiten (in Packungsgröße) Text mit Photos und Beispielen. Die erste Seite beschäftigt sich allein mit dem Spielaufbau, der von der Anzahl der Mitspieler anhängig ist. Die Seiten zwei und drei handeln vom Spielablauf, während sich die letzte Seite mit dem Spielende und näheren Informationen zu einigen der Spielkärtchen beschäftigt.

Die Anleitung ist verständlich geschrieben und wird mit Beispielen und Bildern vertieft. Trotzdem sind die Informationen teilweise so verdichtet, dass man schnell etwas überliest. In den Testspielen kam es immer vor, dass neue Spieler beim Lesen etwas überlasen.

Da viele Spielkärtchen nur Icons besitzen, muss man anfangs sehr oft zur Anleitung greifen, um zu lesen, was man da gerade entdeckt hat. Dieses Manko gibt sich mit der Zeit, ist aber in den ersten Spielen deutlich zu merken.

 

Die Spielvorbereitung: Bevor man beginnen kann, muss erst einiges aufgebaut werden. Das geht recht schnell auch ohne Anleitung. Nicht in der Anleitung erwähnt ist, dass sich die Heimatinseln unterscheiden und deshalb verdeckt gezogen werden sollten.

 

Worum geht es: Jeder Spieler besitzt eine Insel, die ihm Waren erzeugt. Mit diesen Waren kann der Spieler handeln oder produzieren, z.B. Schiffe. Mit diesen Schiffen kann man durch die Inselwelt des Hauptspielplans fahren und neue Inseln entdecken. Die Ergebnisse dieser Entdeckungsfahrten bereichern die Heimatinsel des Spielers. Um zu gewinnen, benötigt man 3 von 5 Siegpunkten.

 

Spielablauf: Jeder Spieler besitzt auf seiner Heimatinsel Platz für 7 Bewohner (Pionier, Siedler, Bürger oder Kaufmann). Zudem gibt es 5 Plätze, an deren per Würfel bestimmt wird, welchen Rohstoff man bekommt. Am Rand der Heimatinsel kann man einige Erweiterungsplättchen anlegen.

In jeder Runde würfelt der aktive Spieler. Die Zahl gibt an, welchen Rohstoff jeder Spieler seinem Vorrat hinzufügen kann. Dann kann der aktive Spieler Waren kaufen bzw. verkaufen, Schiffe bauen oder neue Bewohner einsetzen oder entwickeln. Sowohl das Kaufen als auch das Verkaufen sind limitiert. Pro Zug darf man 2 Rohstoffe kaufen. Der Verkauf ist abhängig von den Bewohnern, die man bereits auf seiner Insel hat. Jeder der Bewohner kauft max. eine Ware pro Runde und auch nicht jeder Ware. Zudem darf man nicht mit den Mitspielern handeln. Das Geld, was man erhandelt, wird auf einer Geldleiste des Hauptspielfeldes angezeigt.

Hat man diese Phase angeschlossen, darf man mit seinen Schiffen auf Reise gehen, so man denn Schiffe besitzt. Jeder Spieler hat eine Anzahl Aktionspunkte, die abhängig von der Zahl der Mitspieler ist (bei 2 Spielern 2 Aktionspunkte, bei 3 Spielern 3, bei 4 Spielern 4). Pro Aktionspunkt darf man sich um ein Feld bewegen oder ein Inselkärtchen anschauen. Gefällt einem das Entdeckte, so ist die Reise beendet, das Schiff verbraucht und man kann das Kärtchen benutzen. Ansonsten legt man das Kärtchen zurück und die Reise geht weiter.

Die entdeckten Kärtchen beinhalten z.B. Schätze, Handelsverträge (die das Kaufen von Waren verbilligen) oder Kontore (die Zugang zu neuen Waren ermöglichen).

Hat man alle Aktionspunkte verbraucht, so ist der Spielzug beendet und der nächste Spieler ist an der Reihe.

 

Sieg: Es gibt 5 mögliche Siegpunkte:

 

  • 3 Kaufleute auf der Heimatinsel (für jeden Spieler erreichbar)
  • 4 öffentliche Gebäude (NICHT für alle erreichbar)
  • 30 Goldstücke (für jeden Spieler erreichbar)
  • 3 Handelsverträge (NICHT für alle erreichbar)
  • 4 Kontore (NICHT für alle erreichbar)

 

 

Um zu gewinnen, muss man 3 von 5 Siegpunkten besitzen. Die bereits vorhandenen Siegpunkte werden auf einer Leiste des Hauptspielfeldes vermerkt. Man kann im Lauf des Spiels errungene Siegpunkte auch wieder verlieren. Dass es z.B. nicht genug öffentliche Gebäude gibt, damit alle Mitspieler jene Siegbedingung erfüllen, ist Taktik gefragt. Diese kann man aber erst nach ein paar Spielen entwickeln. Schließlich muss man erst einmal ein Gefühl für das Spiel bekommen.

 

Spielspaß: Wenn man bereits "Die Siedler" oder andere Spiele dieser Art (z.B. "Candamir") gespielt hat, so wird einem das Prinzip schnell klar und man kann schnell und problemlos mitspielen. Negativ aufgefallen ist, dass man eigentlich nicht miteinander spielt, sondern nebeneinander her. Während man bei "Siedler" miteinander handelt und kommuniziert, fällt dieser Teil hier flach. Auch sonst ist die Einflussnahme auf andere Spieler stark eingeschränkt.

Trotzdem bietet "Anno 1503" Spielspass. Stark an das Siedlerprinzip (Waren sammeln, handeln, bauen) angelehnt, bietet dieses Spiel eigene Aspekte und setzt sich in Teilen deutlich vom Urvater dieses Spieltyps ab.

Trotzdem setzt der Autor natürlich auf bekannte und erfolgreiche Prinzipien, so sind z.B. wie bei Siedler anfangs andere Rohstoffe wichtig, als am Ende.

Und wie bei Siedler beginnt das Spiel langsam und etwas mühsam, da man über zu wenig Geld und Waren verfügt, während am Ende oft ein oder mehrere Mitspieler relativ schnell die Siegpunkte einfahren und schließlich einer gewinnt.

Im Laufe des Spieles können auf negative Dinge geschehen, wie z.B. Piratenüberfälle oder Feuer. Diese betreffen dann alle Spieler (es sei denn man hat sich durch entsprechende Gebäude abgesichert) und bringen so einen Schuss Überraschung ins Spiel und können Taktiken zerstören.

 

Altersgruppen: Ob ein 10jähriger das Spielprinzip begreift, kann ich nicht beurteilen. Aber da "Anno 1503" durchaus komplexer als "Siedler" ist, würde ich die Altersgrenze eher nach oben setzen.

 

Teilnehmerzahl: Abgesehen von der Spieldauer wirkt sich die Anzahl der Mitspieler auch auf andere Aspekte des Spiels aus. Schiffe bekommen mehr Aktionspunkte, es gilt mehr Inseln zu entdecken, wodurch es mehr Kärtchen anzulegen gibt. Aber alle diese Punkte ändern nichts Wesentliches.

Die Spielzeit von 60 Minuten mag bei 2 Spielern stimmen, sobald es mehr werden, steigt auch die Spieldauer, bei 4 Spielern auf bis zu 2 Stunden.

 

Nach mehreren Spielen ergibt sich eine gewisse Routine, die z.B. die Anleitung überflüssig macht, da man inzwischen die Icons deuten kann. Wie beim Vorbild "Siedler" kann man das Spiel durchaus des Öfteren spielen. Das macht aber nur Spaß, wenn man mehr und mehr taktisch spielt. Da der Faktor Glück (in Form des Würfelergebnisses) alle trifft, wird die richtige Strategie meist spielentscheidend sein.

 

Im Vergleich zu den "Siedlern" hat es das Spiel geschafft ein eigenständiges Prinzip zu haben, auch wenn es stark an das Vorbild angelehnt ist. Größtes Manko bleibt aber, dass man nicht miteinander spielt und auch nur sehr begrenzt gegeneinander. Ein großer Unterschied zu Siedler ist auch die Anzahl der Spieler. Während man für Siedler mindestens 3 Leute braucht, reichen für "Anno 1503" bereits 2 Leute. Dafür lässt sich Siedler auch mit 6 Leuten spielen.

 

Fazit: Ein Spiel das deutlich in der Tradition der "Siedler " steht, sich aber erkennbar davon abhebt. Im Vergleich zum Klassiker hat es Vor- und Nachteile, wobei Siedler den Vergleich gewinnen würde. Trotzdem ist "Anno 1503" ein empfehlenswertes Spiel, welches sich gerade auch zu zweit gut spielen lässt.

 

Eure Meinung:


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Anno 1503

Autor: Klaus Teuber

Verlag: Kosmos

ASIN: B00013UX44

Spieler: 2-4

Spieldauer: ca. 60 Min.

Sprache: Deutsch

Altersempfehlung: ab 10 Jahre

Erhältlich bei: Amazon

 

 

 

 


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Erstellt: 14.10.2005, zuletzt aktualisiert: 02.03.2016 11:40