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The Cabin in the Woods (Kino; Horror; FSK 18)

Rezension von Markus Mäurer

 

Rezension:

Seid gewarnt Lesende, diese Worte sind nicht für euch. Haltet ein und kehrt um. Geht ab dem 6. September in das Lichtspielhaus eurer Wahl und betretet The Cabin in the Woods, aber lest hier nicht weiter. Auch wenn dieser Pfad nicht mit in Gift getränkten Spoilerpfählen gespickt ist, so könntet ihr doch versehentlich vom Baum der Erkenntnis naschen, dessen Wissen euch für immer verderben wird und euch um eines der besten Horrorerlebnisse eures Lebens bringen wird.

 

Dieser Film wird euch die Augen öffnen, über ein Genre, das sich nur noch selbst zitiert und kopiert, ohne noch überraschen zu können, ohne einem das Blut in den Adern gefrieren zu lassen, ohne etwas Neues zu erzählen.

Er wird das Genre in seine Einzelteile zerlegen, sie liebevoll mit dem Skalpell sezieren und dann auf völlig neue Art wieder zusammenzusetzen.

 

Ihr seid immer noch hier. Nun denn, ihr seid gewarnt worden, in diesen Wäldern lauert das Böse. Der Tod steigt nachts schlurfend und stöhnend aus seinem Grab, um euch mit seiner schartigen Axt den Schädel zu spalten. Und doch betretet ihr diese Hütte, nachdem ihr euren Lieben noch zu gerufen habt: »Ich komm gleich wieder.«?

Selbst wenn ihr wiederkommt, ihr werdet nicht mehr dieselben sein.

 

Auch die fünf jungen Studenten, die mit ihrem Wohnmobil zu der Hütte in die Wälder fahren, wollen den Warnungen des verschroben unheimlichen Redneck-Tankwarts keinen Glauben schenken. Sehr zur Freude der beiden abgebrühten Wissenschaftler, von denen die jungen Hüpfer per Satellitenüberwachung beobachtet werden. Die reiben sich freudig die Hände und schließen Wetten darauf ab, wer als Erstes ins Gras beißt.

Nein, in dieser Hütte lauert nichts Gutes, und nichts ist, wie es scheint. Aber böse und tödlich ist alles.

 

Bis hierhin und nicht weiter. Alles, was nun folgt, ist ein energiegeladener, kreativer par force Ritt durchs Horrorgenre, der mit den Erwartungen der Zuschauer spielt und sie mehrmals aus den Schuhen haut. Was Whedon und Goddard hier abziehen, hat es in dieser Form noch nicht gegeben.

 

Wenn man sich die Horrorfilme der letzten Jahre anschaut, stellt man fest, dass sich das Genre fast nur noch selbst zitiert und kopiert. Momentan sind gehobene Gruselstreifen wie Die Frau in Schwarz wieder im Kommen, ganz in der Tradition der alten Filme aus den Hammer-Studios. Dazu jede Menge »found footage« Grusel, der sich billig herstellen lässt. Zombies und Vampire gehen sowieso immer und die Endzeitapokalypse schaut auch immer wieder vorbei.

Das alles wird dann immer auf die übliche, konventionelle Weise ohne jegliche Überraschungen inszeniert, als würde man einfach eine Liste aus dem Handbuch des Horrorfilms abhaken. Dabei kommen manchmal ganz ordentliche Filme heraus, aber nichts, was man nicht schon gesehen hat.

 

»The Cabin in the Woods« merkt man an, dass Whedon und Goddard die Schnauze voll von diesen ausgetretenen Genrepfaden hatten. Sie nehmen die klassischen Elemente mit großem Spaß auseinander und setzten sie in einer Hommage an die wirklichen Klassiker des Genres zu einer neuen Mischung zusammen, die es schafft einen neuen, tödlichen Wind ins Genre zu peitschen.

 

496 Wörter und ihr wisst immer noch nicht, worum es denn jetzt in diesem gottverdammten Film geht? Gut so. Das sind die besten Voraussetzungen um dieses Kinoerlebnis zu genießen. Viel Spaß.

Eure Meinung:

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Kino:

The Cabin in the Woods

USA 2011

Regie: Drew Goddard

Produktion: Joss Whedon

Drehbuch: Drew Goddard und Joss Wheedon

Musik: David Julyan

Laufzeit: 95 Min.

Kinostart: 6. September 2012

Im Verleih von Universum Film

 

Darsteller:

Kristen Connolly

Chris Hemsworth

Anna Hutchison

Fran Kranz

Jesse Williams

Richard Jenkins

Bradley Whitford

Brian White

Amy Acker

Sigourney Weaver

James Biberi

Russ Tamblyn

Joe Bucaro III

Tiara Parker

Tim Trella

Jim Hart

weitere Infos:

Offizielle Homepage

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Erstellt: 31.08.2012, zuletzt aktualisiert: 04.06.2017 17:33