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Maurice, Der Kater von Terry Pratchett

Reihe: Ein Märchen aus der Scheibenwelt

Rezension von Christoph Weidler

 

In der nahegelegenden Müllkippe der Unsichtbaren Universität von Ankh Morpork entsorgen die Zauberer ihre magischen Abfälle. Alles menschenmögliche, aus der Sicht der Zauberer, wurde getan um diese nicht ganz ungefährlichen magischen Abfälle vor den Bewohnern der Stadt zu schützen - es wurden Schilder mit einen klaren Warnhinweis aufgestellt. Eigentlich genügt dieses absolut, wäre da nicht ein Problem: Ratten können nicht lesen.

Und so fressen sie alles, was ihnen auf dieser Müllkippe unter die Pfoten kommt und es bleibt nicht ohne Konsequenzen. Die Ratten beginnen plötzlich sich untereinander unterhalten, ein gesellschaftliches Leben zu planen und lernen lesen. Ein "Ratten"traum beginnt, denn nun streben sie nach einer eigenen Welt in der Menschen, Tiere und natürlich Ratten in Frieden zusammenleben.

 

Ein gutes Ziel, welches natürlich in einer Welt wie die Scheibenwelt und ganz besonders in einer Stadt wie Ankh Morpork, wo Ratten am Spieß der Verkaufsschlager in diversen Imbissbuden ist, völlig utopisch wirkt. So tritt der alte und zynische Herr Wunder Maurice, ein Kater der durch ihm unverständliche Begebenheit auch sprechen kann, auf die Bildfläche. Und gemeinsam mit den Ratten und einen jungen Rattenfänger namens Keith macht Maurice sich auf die ureigenen Gepflogenheiten und Ängste der Menschen für ihre Zwecke auf ganz einfachen Wege zu mißbrauchen. Maruice kundschaftet kleinere Ortschaften auf, die danach auf wundersame Weise von Ratten heimgesucht werden. Die Bewohner der Ortschaft rufen in ihrer Not nach einen Rattenfänger, und was für ein Zufall, es ist gerade einer greifbar. Gut er ist jung, scheint unerfahren, aber dafür scheint er sein Handwerk zu kennen und schwubs in kürzester Zeit ist die Ortschaft von der Rattenplage befreit und der Rattenfänger wird entlohnt, denn man kennt ja die Geschichten wenn sich ein Ort weigert den Rattenfänger zu bezahlen.

Und so zieht die kleine Truppe von Trickbetrügern von Ortschaft zu Ortschaft und gelangt eines Tages in Oberwald, die letzte Station der Truppe denn sowohl die Ratten wie auch Keith haben langsam moralische Bedenken zu ihrer Art des Gelderwerbs.

Doch Oberwald ist anders als die bisherigen Opfer..ähm Orte, denn allen Anschein nach gibt es in der Stadt wirklich eine Rattenplage ...

 

 

Mit der neuen Seitenlinie "Märchen aus der Scheibenwelt" hat Terry Pratchett wieder mal eine gute Idee gelungen umgesetzt. So lehnt sich "Maurice, Der Kater" humorvoll an den Rattenfänger von Hameln an. Und so geht Terry Pratchett hier auf seine witzig, spritze Art aus der Sicht von tierischen Protagonisten auf Ratten"jagd".

Gerade nach den letzten Scheibenwelt-Romanen, welche aus meiner Sicht ein wenig die alte Spritzigkeit von Pratchett vermissen ließen, ist "Maurice, Der Kater" und die Idee "Märchen aus der Scheibenwelt", welche sich an bekannte Fabeln und Märchen anlehnen, ein gelungender Clou und fabelhaft umgesetzt. Mehr davon!

 

Eure Meinung:

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Anzeige: 1 - 1 von 1.

Jawor
Samstag, 25. Februar 2006 23:01 Uhr
Eines von seinen besten Bücher. Spannend, hummorvol, gut und schwungvoll geschrieben.

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Buch:

Maurice, Der Kater

Autor: Terry Pratchett

Hardcover, 287 Seiten

Verlag: Manhattan

ISBN: 3-442-54570-6

Erhältlich bei Amazon

weitere Infos:


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Erstellt: 29.07.2005, zuletzt aktualisiert: 27.10.2016 11:49